Instrument üben mit Motivation

So geht's mit Spaß!

| Foto: Shutterstock von Anton Karavaev

Du willst ein Instrument üben, aber befürchtest, du könntest schnell die Motivation verlieren? Egal, um welches Instrument es sich handelt: Üben musst du. Auch wenn du dein persönliches Lieblingsinstrument gefunden hast, kommst du um ein paar Sachen nicht drum herum. Hier bereiten wir dich darauf vor und verraten dir, wie du diese Fallen umschiffen kannst.

Check it: Motiviert üben und lernen

  • Lernszenarien und unterschiedliche Lerntempi
  • Ja, es kann, darf und wird auch mal langweilig sein
  • Live-Auftritte als Motivation
  • Zusammen üben in verschiedenen Varianten
  • Hohe Schwierigkeitsgrade gemeinsam meistern

Geheimnis der vielfältigen Lernszenarien für deine Motivation

Ein Instrument zu erlernen ist ein in sich spannender Prozess. Einer, der aus dem Wechselspiel zwischen dir, dem Instrument, aber auch im Zusammenspiel mit anderen entsteht. Dabei erfährst du Erfolgserlebnisse auf unterschiedlichen Ebenen bzw. in verschiedenen Konstellationen. Und allesamt haben ihre eigene Qualität und ihre spezifischen Vorzüge. Üblicherweise wirst du nur mit der wechselseitigen Symbiose motiviert üben und lernen.

Das kannst du mit einem Lehrer machen, zu dem du in den Unterricht gehst. Viele Lehrer, zum Beispiel für Klavier, kommen auch zu dir nach Hause. Und es gibt längst auch guten Online-Unterricht, entweder mit vorgefertigten Sessions, bei denen du zeitlich frei bist, oder auch hier mit einem echten Lehrer mit Unterricht über Webcam.

Exakt diese Gemeinschaft gibt es in Krisenzeiten leider nicht | Foto: Shutterstock von Monkey Business Images

Lerneffizienz in den ersten Gang geschaltet – die Basics

Zunächst bist da du selbst mit  deinem Instrument. Endlose Stunden werte ihr beide zusammen verbringen, euch immer enger miteinander anfreunden, bis ihr eine vertraute Einheit bildet. Schritt für Schritt willst und wirst du besser werden. Funktionieren kann das nur, wenn du dir zunächst die Basics draufschaffst und die immer wieder übst.

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Zur Wahrheit gehört auch, dass das bisweilen auch monoton bis langweilig werden kann. Die ersten Töne und Tonleitern sitzen nun mal erst dann, wenn man sie bis zu Erbrechen rauf und runter geübt hat. Dabei hat jedes Instrument seine eigenen Anforderungen.

Im Normalfall wirst du dich dafür in ein ruhiges Zimmer zurückziehen müssen. Für dich ist das ausgiebige Einstudieren der Basics eine dringend wichtige Angelegenheit, selbst wenn zuweilen von motiviert lernen und üben nicht die Rede sein kann. Für Nachbarn, Hausmeister und sonstige unfreiwillige Konzertgänger ist das nur nervig. So ist es eben.

Klingt nicht motivierend? Dann aber bestimmt das: Da müssen alle Musiker durch! Und auch deine Nachbarn, du kannst ja nicht aus Rücksichtnahme auf entnervte Nachbarn auf deine Karriere verzichten. Tatsache bleibt: Du wirst häufig vollkommen allein üben müssen. Gleichermaßen stimmt aber auch, dass das die Situation ist, in der du die allergeringste Rückmeldung bekommst, keinerlei Feedback und keinerlei menschliche Interaktion.

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Das soll dich keinesfalls abschrecken; für einen gewissen Zeitraum kann auch gerade diese abgeschiedene Konzentration Spaß machen, zumal du nicht permanent fremdkontrollierten Blicken und Beurteilungen ausgesetzt bist. Du musst lediglich wissen, was auf dich höchstwahrscheinlich zukommen wird, um nicht gelangweilt vom Weg abzukommen. Diese Form des Lernens ist zwingend notwendig, idealerweise nach den didaktischen Vorgaben der Musiklehrer.

Und wir versprechen: Wenn du motiviert dran bleibst, wird es besser und vor allem einfacher!

Das „einsame“ Üben ist wichtig für die Basics | Foto: Shutterstock von Olesya Kuznetsova

Zweiter Gang: Im Austausch potenziert sich die Lerngeschwindigkeit

Allerdings darf man auch nicht unerwähnt lassen, dass das „einsame“ Üben konkrete Erfolgsgrenzen hat. Erst dann, wenn du deine erlernten und eingeübten Fähigkeiten mit anderen austauschen kannst, wirst du dein Können auch anwenden können. Was sollst du mit drei Akkorden, wenn du nicht weißt, wohin damit. Sobald du Songs mit weiteren Musikern spielst, erblüht aus der musikalischen Einöde plötzlich dieses Besondere, dieses Einzigartige und unbeschreiblich Schöne. Exakt jetzt passiert Musik.

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Tatsächlich begibst du dich damit auf die nächste Stufe. Du bist jetzt an der wichtigen Stelle angelangt, an der du deine Fähigkeiten mit denen anderer koordinierst und die anderen sich mit deinen Fähigkeiten austauschen. Jetzt musst du auf die anderen hören und im Umkehrschluss die anderen auf dich. Stell dir diesen Augenblick vor wie ein Netz aus Kreativität, bei dem nun die zahlreichen Fäden zu einem großen Ganzen gesponnen werden.

Fakt ist, dass du im gemeinsamen Spielen mit anderen nicht nur deine eigenen Fähigkeiten festigen wirst, sondern ungleich schneller lernst als im auf dich allein gestellten Umfeld. Sobald du ein paar Lieder mit anderen spielst, vielleicht sogar die erste Session machen kannst, potenziert sich dein Lerntempo. Der Grund: Das rudimentär Eingeübte kannst du plötzlich einordnen und ihm Leben einhauchen. Der Austausch mit anderen ist ein überaus bedeutender Bestandteil des Musizierens. Erst recht dann, wenn du noch am Anfang stehst und motiviert üben und lernen möchtest.

Der Turbo zündet, wenn du mit anderen spielst | Foto: Shutterstock von Kzenon

Ab in den dritten Gang – Live-Auftritte vor Publikum

Unter Musikern unbestritten ist die konkrete, allerdings auch bisweilen unbarmherzige Effektivität von Live-Auftritten vor Publikum. Die Band kann zwanzigfach proben und sich immer wieder an kleinsten Fehlern aufhängen. Schlichtweg nirgends sind die Lernerfolge so prägnant wir bei einem Auftritt. Das kann der riesengroße Auftritt vor 20.000 Leuten sein, ebenso aber die Vorführung in der Schulaula oder mit dem Keyboard- oder Posaunenorchester vor den bewundernden Eltern und Verwandten. Die Größenordnung spielt dabei keine echte Rolle.

Jeder sitzende Ton wird in der Öffentlichkeit mit der Lupe gehört. Allerdings auch jeder Fehler. Du wirst erfahren, dass die Töne und Sounds im großen Zusammenhang in einem offenen, weiten Raum vollkommen anders klingen und sich auch anders durchsetzen, als wenn du mit deinem Instrument allein bist. Du wirst stolz auf gelungene Passagen sein. Auftretende Fehler sind menschlich, werden aber beim nächsten Mal nicht mehr auftreten.

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Und wenn doch? Ganz ehrlich: Scheiß drauf! Ja, das schreiben wir jetzt mal so direkt. Es gibt unzählige Konzertmitschnitte ganz großer Rock- und Popstars, auf denen du immer wieder mal nicht schnell genug gegriffene Gitarrenakkorde, völlig falsche Tastenhauer auf dem Keyboard oder einen fetten Rimshot hörst, der da gar nicht hingehörte. Die Songs werden von den Fans trotzdem gefeiert. Denn das ist immer noch viel besser, als einfach ein Playback abzuspielen.

Nirgends lernt man so schnell wie beim Liveauftritt | Foto: Shutterstock von Muktadir Mridul

Im dritten Gang lernst du auf jeden Fall am schnellsten. Und trotzdem ist es nie verkehrt, immer wieder mal zum ersten Gang zurückzuschalten und fleißig Basics zu üben. Das machen auch jahrelange Profis nicht anders!

Wie du auch von zu Hause mit anderen musizierst

Die Kommunikation, die Nähe, der Austausch ist eine unbedingte Basis für den Spaß an der Musik. Spielst du alleine zu Hause, kannst du es mit verschiedenen Ansätzen versuchen.

Das Internet macht’s möglich, sich auch virtuell mit anderen Musikern auszutauschen. Ihr könnt euch per Video-Schalte verbinden. Dabei musst du allerdings eine musikerspezifische Besonderheit bedenken. Die allermeisten Programme senden und empfangen zeitverzögert. Benannt wird das als Latenz. Je geringer die Latenz, desto mehr sprechen wir von der Übertragung in Realtime.

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Für die Musik sind solche Latenzen tödlich. Wenn dein Online-Duopartner dich erst Millisekunden bis Sekunden später hört, ist es faktisch unmöglich, im selben Timing zu spielen. Was auch für dich im Umkehrschluss gilt. Ihr werdet niemals auf einen Nenner kommen. Nicht deshalb, weil ihr zu blöd seid, sondern, weil es bei zu großer Zeitverzögerung nicht möglich ist. Eine sinnvolle Lösung kann es in diesem Zusammenhang sein, auf möglichst verzögerungsfreie Programme zu setzen. Die gibt es durchaus.

Wenn Plan A nicht funktioniert, muss eben Plan B her | Foto: Shutterstock von Travelpixs

Via Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams und weiteren Programmen werden viele Online-Schalten abgehalten. Für dich ausschlaggebend ist die Möglichkeit der Peer-to-Peer-Übertragung. Die muss möglich sein, damit es schnell läuft.

Ein weiteres durchdachtes Programm für die musikalische Online-Schalte ist zum Beispiel Jamkazam. Dieses Programm kannst du nach Registrierung kostenlos nutzen, sofern du auf die kostenpflichtigen Tools verzichten kannst. Jamkazam ist von Anfang an für die Anforderungen von Musikern konfektioniert worden und funktioniert sehr gut. Der Nachteil ist, dass es wirklich haarklein eingestellt werden muss, um die gewünschten Ergebnisse zu liefern. Da solltest du überlegen, ob du dir das antun willst.

Duo-Partner durch dich selbst ersetzen

Zugegeben, das ist eine banale Lösung. Vielleicht fragst du dich, weshalb wir darauf überhaupt hinweisen. Vielleicht deshalb, um dir noch mal in Erinnerung zu rufen, dass diese Möglichkeit existiert. Immerhin ist der Ansatz, sich zusätzliche Sicherheit aus dem Zusammenspiel mit anderen zu holen. Der andere bist in diesem Fall du selbst. Wenn du einen Track aufnimmst, seien es ein paar schlichte Akkorde oder Kadenzen oder auch ein komplexeres Picking, und anschließend über deine Soundentwürfe improvisierst, setzt du dich automatisch mit deiner Grundidee auseinander. Du wirst sehen, dass das richtig Spaß macht und du schnell motiviert vorwärts kommst!

Motivation durch hohen Anspruch: Komplexe Projekte gemeinsam rückwärts aufrollen

Eine weitere Herangehensweise, um motiviert zu üben, ist es, die eigenen Ansprüche von Anfang an hoch anzusetzen, gewissermaßen mit Projektcharakter. Dir ist in diesem Moment bewusst, dass du die eigene Messlatte verdammt hoch ansetzt, aber du akzeptierst das, weil du ein konkretes Ziel vor Augen hast. Nämlich motiviert üben und lernen zu können.

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Du nimmst dir ein paar Stücke, die du gerne spielen möchtest, aber  bis dahin noch nicht beherrschst. Wäre schön, wenn die thematisch oder zumindest stilistisch zusammenpassen. Das ist ideal dann, wenn du damit den typisch roten Faden stricken kannst. Beim herkömmlichen Lernen eines Instrumentes übst du zunächst die Basics, um dich anschließend mit komplexeren Songs zu beschäftigen Hier nun ist die Herangehensweise auf den Kopf gestellt. Du analysierst nun alles irgend Mögliche, jeden Takt, jede winzige Phrase; jede Note kann dir helfen. Alles, was du herausgehört oder dir über Notenmaterial angeeignet hast, nimmst du auf.

Das können die winzigsten Fragmente sein. Denn jetzt kommt’s, worauf wir eigentlich hinauswollen, um deine Motivation beim Austausch mit anderen auf höchstem Niveau zu halten: Diese Schnipsel tauschst du mit deinen musikalischen Freunden aus. Schritt für Schritt bastelt ihr euch euer musikalisches Puzzle zusammen, sprecht vielleicht vorher ab, wer welchen Part oder Takt übernimmt. Auch so kann die besondere musikalisch motivierte Gemeinsamkeit entstehen. Startet ein spannendes Projekt und geht voran.

Ein gemeinsames Projekt motiviert durch Gruppendynamik | Foto: Shutterstock von Chaay_Tee und MF production

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