
Trevor Horn hat als äußerst einflussreicher Musikproduzent, Songwriter und Bassist maßgeblich den Sound der 1980er-Jahre geprägt. Manche Fans sind sogar der Meinung, er habe ihn erfunden. Die 80er waren eine Dekade der Exzesse und des Größenwahns. Trevor Horn lieferte den passenden Soundtrack mit innovativer Studiotechnik, opulenter Hingabe zum Detail und als Pionier der elektronischen Sounds. Hier kommen 10 Songs von Trevor Horn, an denen er auf unterschiedlichste Weise beteiligt war. Du wirst überrascht sein!
1. Buggles: Video Killed The Radio Star (1979)
Den Song „Video Killed The Radio Star“ bezeichnet Horn selbst als seinen „Kopfsprung in die 80er.“ Es wurde ein weltweiter Singlehit. Das Video zum Titel war das erste Musikvideo, das 1981 auf dem legendären Musiksender MTV ausgestrahlt wurde. Im Videoclip ist übrigens ein gewisser Hans Zimmer am Keyboard zu sehen, der damals in der Londoner New-Wave-Szene und eine zeitlang auch bei den Buggles aktiv war. Die Nummer war eine Symbiose aus Pop und dem damals aufkommenden New Wave. Der Erfolg der Buggles verhalf Trevor Horn zu einer außergewöhnlich erfolgreichen Karriere als Produzent, die er bis heute verfolgt.
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The Buggles – Video Killed The Radio Star (Official Music Video)
2. Dollar: Hand Held In Black And White (1981)
Die Zusammenarbeit mit dem Pop-Duo Dollar war Horns‘ erster Job als Produzent. Er war damals Newcomer und musste sich beweisen. Er spielte Bass und tüftelte lange am Drum-Sound herum. Dann entstand der Song innerhalb von zwei bis drei Tagen und verkaufte sich eine halbe Million Mal, wodurch er gewissermaßen zur Visitenkarte von Trevor Horn avancierte. Es war die Zeit, in der es vielen Bands nicht mehr darum ging, gegen das System zu rebellieren, sondern schlichtweg um kommerziellen Erfolg.
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Dollar – Hand Held In Black And White • TopPop
3. ABC: The Look Of Love (1982)
Direkt aus der Punk- und Wave-Bewegung kamen ABC, die allerdings einen vollkommen neuen, nämlich sehr glamourösen Stil entwickelten. Es war die Zeit der New Romantics, die sich wie eine Inkarnation von David Bowie kleideten und schminkten. ABC-Sänger Martin Fry beispielsweise trug Frisuren wie James Dean und goldschimmernde Anzüge wie Elvis. Eigentlich trafen Welten der Soundvorstellungen aufeinander. ABC wollten den Soul-Sound der 60er, Horn aber arbeitete zukunftsorientiert, so beispielsweise mit Roland TR-808 Drumcomputer, der später im House und Elektro endgültig berühmt wurde. Für das Album wurde Trevor Horn bei den Brit Awards zum besten Produzenten gekürt.
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ABC – The Look Of Love
4. Malcolm Maclaren: Buffalo Gals (1982)
Ein echtes Kuriosum legte Horn mit Malcolm Maclaren hin. Der war Ex-Manager der Punk-Ikonen Sex Pistols, wurde aber mithilfe von Trevor Horn zum Popstar. Er erfand eine moderne Form von Weltmusik, indem er etwas Hip-Hop und Gescratche aus den USA mit Klängen aus südafrikanischen Townships vermischte, lange bevor Paul Simon für sein Album „Graceland“ mit schwarzen Musikern aus dem damaligen Apartheidstaat zusammenarbeitete.
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Malcolm McLaren – Buffalo Gals
5. Yes: Owner of a Lonely Heart (1983)
Die britische Rockband Yes war eigentlich hauptsächlich in den 1970er-Jahren stilbildend für den Progressive- und Art-Rock und übte einen großen Einfluss aus. Nun wollten und sollten sie als Rock-Dinosaurier den Sprung in das nächste Jahrzehnt, die schnelllebigen 80er, schaffen. Etwa der Song „Owner of a Lonely Heart“ wurde eingängiger und kompakter. Sound-verantwortlich wurden der Fairlight CMI, der erste digitale Synthesizer mit Sampling-Technologie – und Trevor Horn.
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YES – Owner of a Lonely Heart (Official Music Video)
6. Frankie Goes To Hollywood: Relax (1983)
Skandal vorprogrammiert: Obwohl die BBC sich weigerte, „Relax“ zu spielen, erreichte der Song die Spitze der Charts. Trevor Horn hatte ein Label mit Paul Morley gegründet, das eine Adresse für großspurige Konzepte im Zeitgeist der 80er sein wollte. Die erste Band, die sie unter Vertrag genommen hatten, war Frankie Goes To Hollywood. Horn schuf eine extrem überladene, opulente Klangwelt, die nach Orgie und Exzess klang. Ursprünglich von der BBC boykottiert, stieg der Song durch die Aufmerksamkeit und das Verbot zu einem riesigen Hit auf, der unter anderem Platz eins der britischen Charts erreichte. Der Erfolg des Songs ist ein typisches Beispiel dafür, wie ein Verbot den Verkauf eines Titels noch mal so richtig ankurbeln kann. Und ein Klassiker der 80er ist er bis heute sowieso.
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Frankie Goes To Hollywood – Relax (Official Video)
7. Propaganda: P-Machinery (1985)
Mit wuchtigem Orchester-Sound, der in der Maxi-Version als aufgeblasene Langfassung sogar noch bombastischer klingt, produzierte Trevor Horn den Song „P-Machinery“ für die Band Propaganda mit der kühl wirkenden und an Marlene Dietrich erinnernden Sängerin Claudia Brücken. Es sollte zwar nicht deren größter Hit werden, ist aber ein markantes Beispiel für die Produktionsweise des Meisters. Üblich war es damals, die auf radiotaugliche drei Minuten und ein paar Sekunden beschränkten Produktionen um eine Maxi-Version für die Dancefloors zu ergänzen. Auch diese Maßnahme trug zum Erfolg bei.
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Propaganda – P-Machinery
8. Grace Jones: Slave To The Rhythm (1985)
Irgendwie kennt in der Musikszene ja jede jeden und jeder jede. Das war der fruchtbare Boden für „Slave To The Rhythm“. Denn eigentlich war die Nummer für Frankie Goes To Hollywood geschrieben, hatte aber so nicht funktioniert. Das Produktionsteam setzte auf die androgyne Jamaikanerin Grace Jones, die mit ihrer muskulösen Gestalt und ihrem Bürstenhaarschnitt zu den Ikonen der Dekade zählte. Mit dem Ergebnis war Trevor Horn zunächst nicht zufrieden, weil es ihm zu sehr nach Aerobic-Work-out klang. Dann griff er in die Trickkiste und versetzte den Track mit Washingten Go Go, einer perkussiven Underground-Facette des Funk. Und schon hatte er durch den Crossover den Kick, den er sich vorgestellte.
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Grace Jones – Slave to the Rhythm (official video)
9. The Art of Noise with Max Headroom: Paranoimia (1986)
Dass Trevor Horn der Zeit um Jahrzehnte voraus war, belegt auch die Produktion der Avant-Garde- und Elektro-Gruppe The Art of Noise, nämlich mit der digitalen Kunstfigur Max Headroom. Der nämlich war im Jahr 1986 der erste virtuelle Popstar. The Art of Noise ließen ihn als Gaststar auftreten und unterlegten sein Geplapper mit elektronischen Rhythmen. Später gab’s dann eine ähnliche Version, bei dem der „virtuelle“ Tom Jones den Prince-Hit „Kiss“ verarbeitete, die sich deutlich besser verkaufte. Aber Max Headroom war zuerst in der digitalen Wirklichkeit. Und auch wenn wir hier die Singe-Version einfügen, empfehlen wir doch die legendäre Maxi, die in Clubs rauf und runter lief.
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The Art of Noise with Max Headroom – Paranoimia (Official Video)
10. Band Aid: Do They Know It’s Christmas (1984)
Auch bei der extrem erfolgreichen Charity-Nummer „Do They Know It’s Christmas“, die von Bob Geldorf initiiert und Midge Ure produziert wurde, hatte Trevor Horn seine Finger mit im Spiel. Sein Job war es, die Maxi-Version zu produzieren, in der die Botschaften von eben jenen Musiker zu hören sind, die bei den Aufnahmen nicht dabei sein konnten, so beispielsweise Paul McCartney, David Bowie und Annie Lennox. Die Idee, mit Staraufgeboten Spendengelder zu sammeln, machte damals Schule. Allerdings schieb Trevor Horn in seiner Biographie die ziemlich ernüchternde oder ernüchterte Bemerkung: „Damals glaubten Popmusiker noch daran, dass sie mir ihren Songs die Welt retten können.“
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Do they Know it’s Christmas ~ Band Aid 1984
Aus elektrisch wurde elektronisch
Die 60er und 70er waren bereits laut und elektrisch, so wie es die zunehmend leistungsfähiger werdenden Verstärker, die Rotz-Gitarren und Co. eben hergaben. Die angesagten Bands waren oftmals rebellisch, dann für damalige Verhältnisse innovativ und haben in den unterschiedlichsten Genres ihre Spuren hinterlassen. Dann kamen die 1980er mit New Wave, Synthie-Pop und weiteren höchst populären Genres. Und vielleicht dürfen wir es so sagen: Aus elektrisch wurde elektronisch. Ganz vorne an der Spitze der Soundtüftler und Pioniere stand Trevor Horn.
Wenn wir schon mal in den 80ern sind, schau doch mal in diesen Artikel: „Top 10 Songs der 80er aus Italien – kennst du sie alle?“.





