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Musikmarketing mit Spotify – Fehler, die ihr vermeiden solltet

| Foto: Shutterstock von MF production

Musik ohne flankierende Maßnahmen auf Spotify, weiteren Streaming-Portalen und Online-Medien zu platzieren, ist heutzutage pure Geldverschwendung. Es geht um Reichweite; um gehört zu werden, müsst ihr gesehen werden. Und wer möchte, dass der Bekanntheitsgrad wächst, sollte sich richtig ins Zeug legen. Denn so viel ist mal sicher. Die Mitbewerber um die Fan-Gunst schlafen nicht auf dem Baum. Hier ein paar Dinge, die ihr beim Musikmarketing mit Spotify bedenken solltet.

Check it: Musikmarketing mit Spotify

  • Vom Musiker zum Online-Performer
  • Zeitfaktor zwischen gestern und heute
  • Ein wenig Werbebudget in die Hand nehmen
  • Flankierende Maßnahmen
  • Es geht um Reichweite
  • Wie sinnvoll ist Streaming wirklich

Musikmarketing mit Spotify – das Wichtigste ist Reichweite

So ernüchternd es sich anhören bei allem emotionalen Einsatz für die eigene Musik anhören mag, nüchtern betrachtet bleibt es eine Tatsache: Musik ist ein Produkt. Und Produkte, die im Unterbewusstsein der Konsumenten festgebrannt und möglichst häufig verkauft werden sollen, müssen beworben werden. Um etwas zu bewerben, benötigt man Reichweite, andernfalls zielt jedes Marketing ins Leere. So ist es nun mal.

Was die Promotouren damals waren, ist Online-Marketing heute

Die Vorstellung, Musik verkaufe sich von selber, ist ziemlich verklärt. Und das gilt heutzutage für Spotify ebenso wie vor Jahrzehnten, als die neuesten Alben durch nicht enden wollende Promotouren und Welttourneen angekurbelt wurden. Allerdings geht es dabei nicht nur darum, dass man überhaupt Werbekampagnen für das Musikmarketing mit Spotify ausrollt. Unkoordiniert könnte man auch gleich sein Geld aus dem Fenster schmeißen. Das ginge zumindest schneller. Es muss schon sinnvoll und mit einem gleichermaßen vernünftigen Konzept gemacht werden.

Früher fand die Promo über Konzerte statt | Foto: Shutterstock von Taya Ovod

Problematik der gegenläufigen Zeit beim Release

Als aufkeimende Superstars von morgen habt ihr das Problem der gegenläufigen Kräfte. Auf der einen Seite steht die Zeit, die euch locker mal davonrennen will. Habt ihr einen Song fertigproduziert, werdet ihr ein online ausspielen. Der musikalische Zyklus ist in der Vergangenheit immer kürzer und kürzer geworden. Das Problem: Wenn ihr einen Song einstellt, ist er neu. Wird er nicht schnell genug ins Interesse eurer Zielgruppe gerückt, ist er schon wieder veraltet. Die goldene Regel bei Release-Kampagnen lautet: Immens wichtig sind die ersten drei Tage, in denen muss es rappeln. Im nächsten Stepp zählt die erste Woche.

In den ersten Tagen muss es scheppern: Für Algorithmen und Humanoide

Weshalb wir die Bedeutung derart betonen? Je mehr Interaktionen und Traffic in dieser erzeugt werden, umso werden die Streaming-Plattformen euch in den algorithmischen Playlists ausspielen. Eine der Hauptanforderungen beim Musikmarketing mit Spotify & Co. lautet demnach: Es muss wirklich schnell etwas passieren. Für neue Musik, die schon wieder veraltet ist, interessiert sich kein Mensch. So sind die verzogenen Humanoiden nun mal. Und die Algorithmen der Plattformen interessieren sich nicht für klickfreie Angebote und verunglückte Kampagnen.

Die Zeit ist dein Feind – innerhalb von 72 Stunden muss es kesseln | Foto: Shutterstock von Inna Kharlamova

Budget nach Zeitfaktor gestaffelt einsetzen

Klar, für Werbung muss man eine Portion Geld in die Hand nehmen, so auch beim Musikmarketing mit Spotify. Als Newcomer sind die Taschen vermutlich nicht prall gefüllt. Also muss auch das geringe Budget durchdacht eingesetzt werden. Euer erklärtes Ziel beim Musikmarketing mit Spotify ist es, dass das Portal automatisiert an neue User und potenzielle Interessenten ausspielt. Nur folgerichtig wird etwa die Hälfte des Werbebudgets für Werbeanzeigen innerhalb der besagten ersten 72 Stunden aufgewendet, 30 Prozent in der ersten Woche, 20 Prozent in der zweiten Woche.

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Flankierende Maßnahmen in Social Media planen und nutzen

Um eure Musik online zu bewerben, bieten sich insbesondere bezahlte Werbeanzeigen in den Social-Media-Kanälen an. Bei Facebook, Insta, YouTube & Co. wird das seit Jahren gemacht. Je mehr Follower vorhanden sind, umso besser. Aber das allein ist nicht ausschlaggebend. Vielmehr wichtig ist es, zwischen den verschiedenen Kampagnen-Zielen zu unterscheiden. So gibt es bei Facebook die bezahlten Werbeanzeigen über die Traffic-Kampagne. Schon ist man über den ersten Stolperstein gefallen. Der Traffic allein ist nicht entscheidend. Dadurch ist der Song noch nicht gekauft.

Es geht um messbare Interaktion und Wahrscheinlichkeitssteigerung

Sinnvoller ist die Variante der Conversion-Kampagne. Dabei werden von Facebook insbesondere die User angesprochen, die in der Vergangenheit auf ähnliche Anzeigen geklickt und mit dem ausgespielten Inhalt interagiert haben. Der Weg über die Traffic-Kampagne ist auf den ersten Blick etwas preisgünstiger, was sich allerdings durch die fehlende Rückmeldung wieder relativiert. Das heißt, dass hier in der Tat ein Targeting nach Aktionen in der Vergangenheit durchgeführt wird. Und es ist doch immer angenehmer, von Menschen gesehen zu werden, die sich euren Song auch wirklich anhören. Über Conversion ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher.

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Tracking-Tools nutzen, wo immer es geht

Keine Angst, ihr sollt Musiker bleiben und nicht zu Social-Media-Managern werden. Aber wenn ihr euch schon die Mühe gemacht habt, eure Songs fertigzustellen, zu produzieren und die in die digitale Welt zu schicken, solltet ihr für das Musikmarketing mit Spotify auch ein paar der digitalen Basics beherrschen. Es wäre doch zu schade, wenn eure Herzenssache im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einfach verpuffen würde. Dazu gehört beispielsweise, mit dem Facebook-Pixel zu arbeiten. Durch die Pixel ist der Online-Riese imstande, die Besucher und Besuche beispielsweise der Website zuzuordnen. Entsprechend werden die Werbeanzeigen an die Zielgruppe mit der höchstmöglichen Klickwahrscheinlichkeit ausgerollt.

Lernbereit und ausgestattet mit beneidenswerter Kreativität

Wir Musiker sind keine IT-Experten aber kreativ und lernbereit. Wer träumt nicht davon, von der eigenen Musik eines Tages leben zu können? Und gerade die Kreativität ist ein Faktor, mit dem ihr vielen Werbetreibenden eine gute Portion voraus seid. Ihr seid imstande, eure Werbeeinspielungen auf Wirksamkeit zu überprüfen. Habt ihr eine coole und abgefahrene Anzeige zusammengestellt, die auch wirklich zum Klick animiert oder ist der Inhalt monoton und langweilig und zündet nicht? Gerade Musiker wissen doch aus Erfahrung, wie man kuriose Augenblicke inszeniert, wie man für Interesse sorgt und das Unterbewusstsein der Zuhörer direkt beim Schopf packt. Diese spezielle Fähigkeit müsst ihr auch in das Musikmarketing mit Spotify & Co. einfließen lassen.

Am Musikmarketing hängt wirklich sehr viel Arbeit | Foto: Shutterstock von SeventyFour

Die Fanbase muss möglichst groß sein – werdet zu Online-Performern

Und noch mal zum Anfang: Ihr benötigt dringend Reichweite, also Follower, User, Freunde etc. Und zwar reichlich. Die Problematik der Online-Portale besteht im Zusammenhang mit Musik darin, dass das Tracking sich kaum besonders speziell eingrenzen lässt. Wenn ihr einen abgedrehten Song über den Apfelbaum in Omas Garten verballhornt, wem sollen die Portale die Werbeanzeigen in die Augen schmeißen?

Vermutlich wären es ambitionierte Gärtner oder der nächste Kleingartenverein. Vielmehr werden die Algorithmen versuchen, sich an eure vorhandene Zielgruppe zu wenden. Beim Musikmarketing mit Spotify ist es wie bei allen Werbedisziplinen wichtig eine Fanbase zu haben. Stellen wir uns vor, ihr habt eine aktive Fan-Base von 2.000 Menschen. Der Song wird aber 50.000 Mal geklickt. Dann hat rein rechnerisch jeder die Werbeanzeige mit dem Song 25 Mal angeklickt. Das ist witzig, bringt euch aber keinen Deut weiter.

Und dann noch ein paar grundlegende Überlegungen

Keinesfalls darf dieser Artikel über das Musikmarketing mit Spotify schließen, ohne dass wir uns noch mal grundsätzlich über den Umgang mit gestreamter Musik machen. Gerade in Pandemie-Zeiten hat das Streaming, beispielsweise von Wohnzimmerkonzerten und ähnlichen Formaten deutlich zugenommen. Die Leitungen haben geglüht. Es war und ist der Versuch von Musikern, in belasteten und angestrengten Zeiten doch noch etwas bewegen zu können. Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.

Es verbleibt ein schales Gefühl im Magen

Allerdings sollten wir uns auch alle der negativen Kehrseite der Medaille bewusst sein. Die Streaming-Portale bezahlen die Künstler schlecht; für viele ist es – wenn überhaupt – lediglich ein Zubrot, das allerdings viel Energie und Arbeitszeit verschlingt. Nur wenige können davon existieren. Und das sind nicht mal die bekannten Helden, die den musikalischen Olymp auf höchstem Niveau bevölkern. Stattdessen sind es eben diejenigen, die mit speziellen und gleichermaßen fragwürdigen Methoden für riesige Klickzahlen sorgen. Die gesamte Thematik sorgt bei Musikern für ein ungutes Gefühl; teilweise sogar mit Endzeitstimmung.

Fraglich, ob wir den richtigen Weg einschlagen | Foto: Shutterstock von Hrytsiv Oleksandr

Sollen wir den ganzen Wahnsinn wirklich aktiv vorantreiben?

So wie Endkunden sich fragen sollten, ob es in moralisch und menschlich in Ordnung ist, die Künstler durch die Flatrate-Angebote nicht ansatzweise fair zu honorieren, müssen auch Musiker und Produzenten sich die Frage nach Sinn und Unsinn stellen. Ist es nicht so, dass man sich sehenden Auges mit der oberflächlichen Schaufel das eigene Grab schaufelt? Selbstverständlich möchte man bekannt werden, gerne auch viel Geld verdienen. Selbst begnadete Künstler und Top-Stars haben sich inzwischen schon von den Streaming-Portalen verabschiedet.

Vielleicht ist das noch immer der nächste Schritt in eine neue Welt. Möglicherweise aber wollen wir diese Welt, die wir uns gerade mit der weißen Friedensfahne in der Hand erbauen, gar nicht erleben. Gegenwärtig sind es die Streaming-Portale, die Druck auf die Musiker ausüben, gewissermaßen ALDI-Nord gegen die musikalischen Milchbauern. Es sollte umgekehrt sein. Und dann habt ihr über das bestens getimte Streaming so viel gelernt, dass ihr einen Mega-Hit nach dem anderen in die digitale Welt schickt. Wäre doch schön.

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