
Mit einem MIDI-Keyboard kannst du andere elektronische Musikgeräte als auch virtuelle Instrumente wie etwa von einem Computer mit entsprechender Instrumentensoftware steuern. Während beispielsweise die MIDI-Tastatur gewissermaßen als Eingabehilfe dient, bezeichnet MIDI die Technologie der Datenübertragung. Verbleibt die Frage nach der Definition und den Möglichkeiten. Was ist MIDI in der Musik?
Check it: Was ist MIDI in der Musik?
- Weshalb MIDI für schlichtweg jeden interessant ist
- Wann, wo und weshalb MIDI entwickelt wurde
- Welche Befehle über MIDI gesendet werden
- Wie MIDI Musiker arbeitslos gemacht hat
- Und wie Musiker sich via MIDI entmündigt haben
- Welches die MIDI-Anschlüsse sind
MIDI in der Musik – schlichtweg für jeden interessant
Musik ist in ihrer Gesamtheit mehr als komplex, die vorhandenen Technologien sind es auch. Der Fundus ist so immens breit gefächert, dass kein Mensch jemals wirklich sämtliche Teilbereiche verstehen wird. Bei vielen Themenbereichen ist das auch nicht annähernd nötig; purer Wissensballast. Weshalb sollte ein Tubist wissen, wie eine E-Gitarre frisch besaitet wird? Und dann wiederum gibt es diese Dinge, die für schlichtweg jeden interessant sind. Dazu gehört zweifellos MIDI in der Musik.
Wie sorgt MIDI für den Datenaustausch elektronischer Geräte?
MIDI ist ein Akronym für Musical Instrument Digital Interface. Übersetzt ins Deutsche bedeutet der Begriff so viel wie „Digitale Schnittstelle für Musikinstrumente“. Mit der Technologie sind elektronische Musikinstrumente imstande, miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen bzw. auf einer Seite zu senden und auf der anderen zu empfangen. Jetzt wissen wir, was MIDI in der Musik ist, aber was ist ein Akronym? Egal, weiter im Text.

Wie kam es zur Entstehung von MIDI in den frühen 80er-Jahren?
Durchaus interessant ist, dass der Entwicklung des MIDI-Standards mehrere renommierte Marken an einem Strang gezogen haben, was ja sonst aufgrund der eigenen Markenpolitik eher selten der Fall ist. Zurück geht die Entwicklung in den frühen 80er-Jahren auf eine Initiative von Ikutaro Kakehashi, dem Gründer der Firma Roland. Der unterbreitete 1980 anderen großen Synthesizer-Herstellern wie etwa Moog, Sequential Circuits (die Firma von Dave Smith) oder Oberheim den Gedanken, eine standardisierte Sprache für insbesondere elektronische Musikinstrumente zu entwickeln.
Die Veröffentlichung von MIDI war eine Revolution
Seine Idee wurde mit großem Interesse angenommen. Die Entwicklungsabteilungen der Marken widmeten sich in der Folgezeit der Entwicklung, Modifikation und Perfektion des MIDI-Standards, der daraufhin im Jahr 1982 in der breiten Öffentlichkeit platziert wurde und für eine wahre Revolution sorgen sollte. Gewürdigt wurde insbesondere der Einsatz von Kakeshashi und Smith 2013 mit dem Technical Grammy Award.
Firmenübergreifende Kooperation wie selten zuvor
Man kann es gar nicht stark genug betonen: Die längst mehr als angesagten und anerkannten Unternehmen, die ja eigentlich in regelmäßiger Konkurrenz zueinander standen, stellten ihre eigenen Interessen tatsächlich für das große Ganze in den Hintergrund und verfolgten eine gemeinsame Linie. Selten zuvor oder danach hatte man eine derartige firmenübergreifende Kooperation erlebt.
Und so kam es, dass 1983 die ersten Synthesizer mit einer eingebauten MIDI-Schnittstelle das Licht der Welt erblickten: der Roland Jupiter-6 und der Sequential Circuits Prophet-600. Über die Reihenfolge, in der die beiden Synths erhältlich waren, lässt sich gerne streiten. Es war jedenfalls kein Zufall, dass ausgerechnet die beiden Firmen die ersten mit MIDI-fähigen Synthesizern waren, denn sie waren die Vorreiter.
MIDI ist eine serielle Schnittstelle!
Für viele Einsteiger erschreckend ist die Tatsache, dass MIDI streng genommen keine 2 Befehle wirklich gleichzeitig senden kann. Es handelt sich nämlich um eine serielles Protokoll, nicht um ein paralleles! Alle Daten werden also nacheinander gesendet. Das ging halt in den 80er-Jahren noch nicht anders. Für die meisten von uns ist das egal, sie merken das nicht, denn die Übertragung der MIDI-Daten läuft mit 31.250 Bits pro Sekunde ab.
Und wer ein MIDI-Interface mit mehreren Ausgängen am Rechner verwendet, an die wiederum die Synthesizer und Geräte gleichmäßig verteilt sind, merkt auch nicht wirklich was, denn längst können die einzelnen Interface-Ausgänge parallel angesprochen werden. Aber bei vielen Daten, etlichen Akkorden zum Beispiel, wird es eben doch hörbar.
MIDI-Ereignisse und deren Auswirkungen
Durch den Druck einer Taste werden bei MIDI-Instrumenten spezielle, zuweisbare MIDI-Ereignisse ausgelöst. Die Rede ist auch davon, dass MIDI-Noten erstellt werden. Der Sprachgebrauch spielt angesichts der Bedeutung von MIDI kaum eine Rolle, Erbsenzählerei ist in dieser Thematik schlichtweg unangebracht. Bei den MIDI-Ereignissen handelt es sich um Anweisungen vom Sendegerät an das jeweils angeschlossene Gerät bzw. Instrument.
Diverse Parameter lassen sich per MIDI steuern
Bestimmt werden on und off der jeweiligen Note, die Tonhöhe bzw. die zu spielenden Töne, die Anschlagsdynamik, also die Stärke mit der die Taste gedrückt wird, außerdem der Aftertouch, also der Druck auf eine Taste nach dem eigentlichen Anschlag. Des Weitern können per MIDI-Ereignis Anweisungen zum Tempo, zum Panorama, den Modulationen sowie der Lautstärke übertragen. Dazu gibt es MIDI-Befehle, mit denen sich Sounds in Geräten umschalten lassen.

MIDI-Clock – zeitliche Synchronisation mehrerer Geräte
Außerdem werden MIDI-Clock-Daten zwischen zwei oder mehreren Instrumenten übertragen. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es dabei um die Zeit; exakter ausgedrückt um das Tempo. MIDI Clock ist ein vergleichsweise einfaches System, mit dem weitere Geräte oder auch eine Software von einem Master-Gerät – häufig dem Sequenzer – oder einer Software wie MIDI Clock Master Informationen über das jeweils aktuelle Tempo des Songs erhält. Die Geräte innerhalb des Setups werden folglich über MIDI Clock synchronisiert; der korrekte Begriff dafür ist MIDI Clock Sync.
Wichtig dabei zu wissen: Eine MIDI-Clock allein reicht für die meisten Geräte noch nicht. Damit zum Beispiel ein Sequenzer auch losläuft oder stoppt, sind entsprechende Start und Stopp-Befehle notwendig, die das Clock-sendende Gerät auch übertragen muss.
Übrigens wurden früher die meisten Drumcomputer gerne intern mit Rhythmen gefüttert und dann nur per MIDI-Clock synchronisiert. So waren die Drums deutlich Timing-fester.
MIDI-Verbindungen und -Anschlüsse
Als MIDI aufkam, verstanden eigentlich nur wenige, wie dieses damals hochmoderne Teufelszeug funktioniert. Hauptsächlich die Keyboarder waren in den Bands gefragt sich in diese Thematik einzuarbeiten. Dabei war und ist es doch eigentlich weniger kompliziert, als im ersten Moment vermutet. Aber was der Musiker nicht kennt, das frisst er nicht oder verschluckt sich daran. Doch tatsächlich lag und liegt der eigentliche Vorzug in der Simplifikation eigentlich komplexer Datenströme. Und das beginnt bereits bei den MIDI-Ports – den Verbindungen, die supereinfach aufgebaut sind.
Was ist das MIDI-Trio?
Darunter versteht man die drei Buchsen nach DIN 45322, in die man ein MIDI-Kabel einstecken kann. MIDI-Buchsen und -Kabel haben 5 kleine Pins, sogenannte Pole, von denen aber nur die mittleren 3 belegt sind.
Kleiner Tipp am Rande für alle, die neben MIDI auch noch mit DIN-Sync bei alten Drumcomputern arbeiten: Die Kabel dafür sehen auf den ersten Blick identisch aus, haben aber eine anderer Pol-Belegung und sind nicht kompatibel!
Was ist MIDI-In?
Der MIDI-In deiner Geräte dient dazu, Anweisungen von einem Sequenzer oder anderer Geräte zu empfangen. MIDI kann die unterschiedlichsten Geräte miteinander verbinden und allen im Gesamtkonstrukt verständliche Dateninformationen vermitteln. Hier kommt also das Kabel rein, das aus dem MIDI-Out des sendenden Geräts kommt.
Was ist MIDI-Trough?
Der MIDI-Through wiederum dupliziert das Signal, das am MIDI-In-Anschluss anliegt. Vorteil dieses Anschlusses ist es, dass du darüber dein gesamtes Equipment über einen zentralen Sequenzer miteinander verbinden kannst. Über diesen Anschluss werden die Daten lediglich weitergeleitet. Dafür gibt es auch den Spezialausdruck „Daisy Chaining.
Diese Verbindung ist allerdings nicht immer stabil, weshalb – sofern möglich – die Variante vom MIDI-Out des Sequenzers oder des Computers zu den weiteren Geräten präferiert werden sollte. Und noch etwas: Wie oben erwähnt, sendet MIDI die Daten nacheinander. Und auch wenn die Weiterleitung vom MIDI-In zum MIDI-Through sehr schnell geht, wird es spätestens beim dritten oder vierten Gerät hintereinander doch deutlich hörbar.
Was ist MIDI in der Musik: MIDI-Out
Und schlussendlich verbleibt also der MIDI-Out. Die Erklärung liegt nunmehr auf der digitalen bzw. elektronischen Hand: Über den MIDI-Out werden die Daten – also die MIDI-Befehle – zum jeweiligen Empfänger wie etwa einem MIDI-Keyboard geschickt.

Jederzeit sind auch externe Split-Lösungen möglich
Tatsächlich gibt es auch einige sendende Geräte ohne einen MIDI-Thru-Port. Doch selbst wenn du einen solchen Fall besitzt, ist das schlussendlich kein Problem. In solchen Fällen lautet die Lösung, auf einen MIDI-Splitter zurückzugreifen, der dir in der Regel gleich mehrere der Ports zu Verfügung stellt. Der Ausgangspunkt bleibt der Sequenzer. Der muss aber eben nur mit einem Gerät verbunden werden, von dem aus die Befehle dann in Reihe weitergeschickt werden.
Geht MIDI auch per USB?
Ja, geht es. Es gibt inzwischen einige Geräte, die auf DIN-Buchsen zur MIDI-Übertragung verzichten. Auch MIDI 2.0 (siehe unten) setzt auf diese Schnittstelle.
Und was sind MIDI-Anschlüsse per Mini-Klinkekabel?
Manchmal gibt es wenig Platz am Gerät, aber auf MIDI möchten die Entwickler dann doch nicht verzichten. Dann greifen sie gelegentlich auf Lösungen abseits des definierten Standards zurück. Das können ganz kleine MIDI-DIN-Buchsen sein oder sogar Miniklinkebuchsen- und Stecker. Ist theoretisch auch kein Problem, denn es werden ja nur drei Adern benötigt, die auch so ein kleiner Stecker liefert. In der Praxis ist das aber meist doch nicht so einfach, denn um wieder auf die normale DIN-Buchsengröße zu kommen, werden Adapter eingesetzt. Und jedes Kabel mehr kann (muss nicht!) auch eine Fehlerquelle sein.
MIDI ist längst sogar kabelfrei erhältlich – die Revolution geht weiter
Bis vor gar nicht langer Zeit musste man alles rundum verkabeln. Der unschöne Kabelsalat ließ appetitlos von den Bühnen grüßen. Inzwischen werden auch kabellose MIDI-Systeme und Wireless-Controller am Markt etwa für DJs, Gitarristen, Live Performances und Co. angeboten. Und spätestens damit erkennen wir, dass MIDI in der Musik sich keineswegs nur an Keyboarder richtet. Die Revolution geht weiter.
Wie viele Signale du zeitgleich verarbeiten kannst
Übertragen werden MIDI-Daten über MIDI-Kanäle. Ein herkömmliches MIDI-Setup stellt dir insgesamt 16 Kanäle bereit, sodass du ebenso viele unterschiedliche Sounds von einem einzigen Instrument in Reihe schalten kannst, sofern die sich auf unterschiedlichen Kanälen befinden. Die Anzahl der 16 Kanäle ist bei den meisten MIDI-Instrumenten der Standard. Alte Synthesizer empfangen dagegen oft nur auf einem oder gleich allen Kanälen gleichzeitig die MIDI-Signale.
Den Begriff MIDI gibt es auch in anderen Zusammenhängen
Um das nicht fachverkopft unerwähnt zu lassen. Den Begriff MIDI bzw. midi gibt es auch in komplett anderen Zusammenhängen. So steht er etwa in der französischen Sprache als à midi für „um zwölf Uhr mittags“. Etwa bei Smartphones wird MIDI für die Verwaltung und Synchronisation der Musikbibliothek genutzt. Und dann gibt es noch die sagenumwobene Midi-Fritteuse (kein Witz, google mal danach!). Wir reden aber hier von MIDI in der Musik.
Wandlung und Übertragung von Audiodateien in MIDI möglich
Auch lassen sich Audiodaten bzw. Audiodateien in MIDI umwandeln; beispielsweise über eine Software wie Audacity. Über „Datei wird ganz einfach die gewünschte MP3-Datei in die DAW geladen. Nach erneutem Klick auf „Datei“ wird der Reiter „Exportieren“ ausgewählt. Daraufhin musst du dich für den Dateityp „MIDI“ als Exportformat entscheiden. Um nicht im MIDI- und Dateiendschungel zu versinken, benennst du die Datei und speicherst sie dann ab.
Du kannst also auch Sample-Daten per MIDI übertragen! Aber das willst du nicht! Ich hab’s früher (so ca. 1992) gemacht … und konnte in der Zeit, die ein 2-sekündiges Sample vom Sampler zum Rechner wanderte, einkaufen gehen, meine nächste Reise planen (in der Prä-Internet-Ära!), einen Kaffee kochen, selbigen trinken und dann feststellen, dass die Übertragung bald abgeschlossen sein würde. Probier es von mir aus aus, aber sag hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!
Und dann kam die Highlight-Zeit der MIDI-Files
MIDI-Files nach dem General-MIDI-Standard waren mit dem Aufkommen der ausgefeilten Homekeyboards ab Mitte der 90er-Jahre schrecklich in. Es gab nahezu jeden Chart-Hit als MIDI-File zu kaufen. Der GM-Standard legt fest, dass es 128 Instrumente in einer bestimmten Reihenfolge in einem Instrument gibt und auf welchem MIDI-Kanal welches Instrument, zumindest aus welcher Gattung, erklingen soll. Die genauen Spezifikationen kannst du bei der MIDI Association nachlesen. So wurde es einfach, Songs auf verschiedenen, aber doch kompatiblen Instrumenten erklingen zu lassen. Außer Start zu drücken, musst du dabei auch nichts weiter tun.
Genauso unkompliziert lassen sich MIDI-Files auch bearbeiten. So beispielsweise mit dem Programm MAGIX. Du steuerst zunächst ein Verzeichnis mit MIDI-Dateien an und ziehst die MIDI-Dateien, die du bearbeiten möchtest, per Drag & Drop auf eine beliebige Spur. Ebenso ist es im Menü möglich, eine neue leere MIDI-Datei anzulegen. Gerade bei Tanz- und Unterhaltungsbands wurde der Einsatz von MIDI-Files eine Zeit lang so übertrieben, dass kaum noch jemand wusste, ob der Musiker sein Instrument beherrscht und überhaupt spielt oder nach dem Startbefehl erstmal einen Kaffee trinken geht.
MIDI in der Musik: Wofür MIDI nicht gedacht ist
Zum besseren Verständnis sollten wir nicht nur darauf eingehen, was MIDI in der Musik bewirkt, sondern auch auf die korrigierenden Aussagen, wofür MIDI eben nicht gedacht und nicht geeignet ist. Ganz simpel und rudimentär: Die Aufgabe von MIDI ist es (mit der oben erwähnten und furchtbar langsamen Ausnahme) nicht, Audiosignale zu übertragen. Vielmehr geht es um Daten und Anweisungen.
MIDI ist demnach nicht für den eigentlichen Sound verantwortlich, der sich aus Samples, Expander-Klängen, der Sound-Library, Effekten und vielem mehr zusammensetzen kann. MIDI-Steuerdaten erzeugen keinen Sound, sondern geben den angeschlossenen Geräten die Anweisungen, den jeweils gewünschten Sound zu erzeugen bzw. über den entsprechenden Kanal auszuspielen.
In der Simplifikation liegt das Geheimnis von MIDI in der Musik
Und gerade in dieser Reduktion und Simplifikation liegt das Geheimnis von MIDI in der Musik. Die Sounds sind ja alle vorhanden, nämlich in den Geräten wie etwa den Keyboards, den Expandern, im Sampler, der Drum-Machine, der DAW und weiteren Komponenten. Der MIDI-Controller sagt diesen gesamten externen Geräten: „Spiel den Sound XY und spiel ihn exakt jetzt! Und dabei können eben zeitgleich aus einem Gerät bis zu üblicherweise 16 unterschiedliche Sounds gleichzeitig abgerufen werden, sofern sie sich auf unterschiedlichen Kanälen befinden.
Und um es noch mal ganz plakativ zu formulieren: Die MIDI-Technologie war und ist derart effizient, dass man seit ihrer Geburtsstunde eigentlich keine Instrument mehr spielen können musste. Aber man musste beherrschen, wie man ein MIDI-File programmiert und die entsprechende Geräteburg aufbauen. Musiker wurden zu Programmierern, die wussten aus welcher Ecke welchen Gerätes sie welchen Sound und welchen Drumtrack zu welcher Zeit per MIDI-Befehl kitzeln konnten.
Klingt ketzerisch? Okay, letztendlich musst du immer noch einen Sequenzer oder eine DAW mit Melodien füttern. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn man ein Instrument, vorzugsweise mit einer Klaviatur, gut beherrscht. Es geht aber eben auch im Schritt-für-Schritt-Verfahren, dauert nur viel länger.
Sorgte MIDI für ein Musikersterben?
Jein. Anfänglich verschwanden tatsächlich reihenweise die Bassisten von den Bühnen der Party- und Hau-drauf-Bands. Ein Bass-Expander kostete nun mal deutlich weniger als ein lebender Bassist und hatte auch weniger Hunger und Durst. Im nächsten Stepp ging’s dann den Schlagzeuger an den Kragen, die plötzlich mit Klick im Ohr zu den MIDI-Drums spielen mussten. Mit einem MIDI-File muss man auch nicht streiten, wer nach dem Gig den Anhänger fährt. Es war alles so schön einfach, leider in nicht wenigen Bereichen auch seelenlos.
Und so sind die Drummer und Bassisten längst wieder zurück auf den Bühnen der Welt. Es haben sich neue Musikrichtungen entwickelt, die nach wie vor auf sie verzichten, aber meist gibt es längst eine vernünftige Symbiose der beiden Welten.
Was ist MIDI 2.0?
Zum Abschluss noch ein Ausblick in die Gegenwart. Hä? Ja, MIDI 2.0 ist längst verabschiedet und es gibt schon so einige Geräte, die unter dem weiterentwickelten und zum Glück auch abwärtskompatiblen Standard arbeiten. In Zukunft (also doch …) werden es sicher noch bedeutend mehr werden, denn die Vorteile sind überzeugend.
Zunächst mal ist die bereits erwähnte Kompatibilität mit dem MIDI-Standard von 1983 der Garant, dass man sich keinen Kopf machen muss, was den ein Gerät nun verarbeitet. Alte Geräte ignorieren die zusätzlichen Möglichkeiten einfach. Dann kommen Dinge hinzu wie eine höhere Auflösung (32 statt 7 Bit), ein verbessertes Timing, erweiterte Controller oder die automatische Erkennung eines MIDI-Geräts per USB hinzu. MIDI ist also nicht einfach nur schon über 40 Jahre alt, sondern auch für Zukunft bestens gerüstet!
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