Tipps für den Ukulele-Kauf – Qualität, Material, Bespielbarkeit

Kaufberater Ukulele – worauf man achten sollte

Foto: Shutterstock von beeboys

Die Ukulele nimmt in den vergangenen Jahren zunehmend an Fahrt auf. Die Beliebtheit steigt kontinuierlich. Wenn auch du auf den musikalischen Geschmack gekommen bist, solltest du wissen, worauf du beim Kauf einer Ukulele achten musst, um ein vernünftiges Instrument in Händen zu halten. Hier kommt unser Kaufberater Ukulele:

Check it – Kaufberater Ukulele:

  • Erste Sichtkontrolle
  • Verwendete Hölzer: massiv oder laminiert
  • Welches Holz für welches Bauteil
  • Und dann noch die Optik
  • Saitenlage, Stimmstabilität, Oktavreinheit

Aufgrund der geringen Abmessungen des Halses, der nicht zwingend nötigen artistischen Fingersätze und der – meistens – lediglich vier Saiten können auch Einsteiger ziemlich schnelle Lernerfolge auf der Ukulele erzielen und sich über musikalische Erfolgserlebnisse freuen. Ohne konzertanten Könnern und Ukulele-Enthusiasten damit zu nahe treten zu wollen: Ist schon klar, dass man auf diesem Instrument hochkomplexe Songs spielen kann. Tatsache aber bleibt, dass die ersten Schritte mit einer Ukulele relativ zügig gegangen werden können.

Kaufberater Ukulele – auf vernünftige Qualität achten

Wie bei jedem anderen Instrument ist es gerade für Ukulele-Einsteiger wichtig, ein einigermaßen vernünftiges Instrument in Händen zu halten. Und als ambitionierter Beginner stehst Du vor der Frage, worauf du achten musst. Ein paar Informationen wollen wir dir mit unserem Kaufberater Ukulele an die Hand reichen. Die Antwortkatalog könnten wir aufs Wesentliche reduzieren. Verarbeitung, Bespielbarkeit, Klang. Das würde dir wenig helfen. Widmen wir uns sinnvollerweise den Details:

Saubere Lackierung macht einen guten Eindruck
Saubere Lackierung macht einen guten Eindruck Foto: Shutterstock von Sunwand24

Verarbeitung beurteilen mit der guten Portion Menschenverstand

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Verarbeitung. Um die wenigstens grob beurteilen zu können, musst du noch keineswegs ein durchtrainierter Musiker oder professioneller Instrumentenbauer sein. Die oberflächliche Betrachtung gelingt auch mit ein paar Hinweisen und der guten Portion Menschenverstand.

Betrachte zunächst den Korpus. Auch dein bislang unfachmännisches Auge kann entdecken, ob die Kanten sauber und ohne Leimreste oder Leimaugen gearbeitet sind. Ebenso, ob die Lackierung vernünftig ausgeführt ist und das Holz – so es denn unter der Lackierung sichtbar ist – frei von Rissen ist.

Wie bei allen „bundierten“ Instrumenten ist es auch bei der Ukulele wichtig, dass die Bünde kantenfrei sind. Das testest du, durch simples Entlangstreichen an den Kanten des Halses. Dort sollte bitte nichts überstehen. Das will sagen: An den Bundstäbchen darf es keine scharfen Kanten geben. Wichtiger Aspekt aus dem Kaufberater Ukulele.

Laminierte oder massive Hölzer

Deutliche Unterschiede gibt es beim Korpus und speziell bei der Decke. Die Decke besteht entweder aus Massivholz oder gesperrtem Holz, auch die Zargen und der Boden. Vorteil von sogenannten gesperrten Instrumenten ist, dass sie weniger anfällig gegen Temperaturschwankungen sind, was durchaus ein Vorzug sein kann. Nachteil ist häufig ein gewissermaßen lebloser Klang, mit dem du auf Dauer vermutlich nicht glücklich wirst.

Preisgünstiger Einstieg mit vernünftiger Qualität

Allerdings sind laminierte Hölzer an sich noch kein Ausschlusskriterium. Renommierte Hersteller von Ukulelen verwenden ein spezielles Laminat, das einen durchaus vernünftigen Klang abliefert. Oftmals sind das dann die preiswerteren Serien von hochwertigen Marken. Ein idealer Einstieg, wenn du noch nicht weißt, wie sehr du von diesem Instrument infiziert bist.

Hochwertiger sind Instrumente mit Massivholzkomponenten. Besonders bemerkbar macht sich das hinsichtlich des Klangs. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass du bei einer Ukulele eine vergleichsweise kleine schwingende Fläche hast. Wenn du die Gelegenheit bekommst, spiele einfach mal zwei Ukulelen unterschiedlicher Bauart an. Einfach so, lediglich über die Saiten streichen, ohne Töne zu greifen. Der Klangunterschied wird dir auch als Noch-Laie drastisch auffallen.

Wunderschöne Maserung und Holzstruktur
Wunderschöne Maserung und Holzstruktur Foto: Shutterstock von MIGUEL G. SAAVEDRA

Welches Holz für welches Bauteil

Beginnen wir bei der Zarge – den Seiten des Korpus‘ – und dem Korpus-Boden. Die Zargen und der Boden sind wenig verantwortlich für das Schwingungsverhalten, die sollen gewissermaßen das stabile Fundament für die Schall-Reflexionen bilden. Vor diesem Hintergrund wird für Zargen und Boden eher hartes Massivholz empfohlen. Ganz anders bei der Decke. Die hat entscheidenden Einfluss auf den Klang und soll entsprechend schwingen können. Leicht nachvollziehbar, dass bei vielen Ukulelen zwei verschiedene Holzarten miteinander kombiniert werden.

Und genau bei der Klangfrage ist dein individueller Geschmack ausschlaggebend. Die typischen Hölzer sind Mahagoni und Koa. Der Sound der beiden Harthölzer ist warm und ausdrucksstark. Besonders Koa besitzt in den allermeisten Fällen eine wunderschöne Maserung und Struktur.

Auch die Optik spielt eine Rolle
Auch die Optik spielt eine Rolle Foto: Shutterstock von C. Nass

Nimmst du beispielsweise ein relativ weiches Holz wie Fichte für die Decke, erhältst du einen brillanten und dynamischen Klang. Häufig triffst du auch auf Instrumente mit Decke aus Ahorn. Merk dir schon mal den Begriff „flamed maple“ – (geflammter Ahorn). Bei den geflammten Varianten ist sogar die Optik in Qualitätskategorien von A bis AAAAA unterteilt. Stell dir das vor wie bei der Energieeffizienz der Waschmaschine, nur dass es hier eben um das Aussehen geht.

Fichte ist ein relativ günstiges Holz; die wirklich hochwertigen und auch entsprechend teuren Ukulelen werden meistens komplett aus Koa gefertigt. Der Preis einer Ukulele ist immer das Gesamtkonstrukt aus Qualität der Komponenten inklusive Mechaniken, den verwendeten Hölzern und des Arbeitsaufwandes sowie der Optik. Bei Modellen mit Tonabnehmern selbstverständlich auch der Elektronik. Das sind allerdings eher Ausnahmefälle.

Holzarten werden gerne mal zum Werbestatement

Nicht zu vergessen, dass es diverse andere Holzarten für den Bau einer Ukulele gibt. Das beginnt bei Bubinga und endet bei Birne, Kirsche und anderen noch lange nicht. Die Instrumentenbauer sind gerne mal experimentierfreudig. Lass dich aber nicht blauäugig täuschen. Frage nicht nur nach der Holzart; frage vor allem danach, ob es massiv oder laminiert ist. Manche Hölzer haben klangvoll exotische Namen, sind aber häufig eben „nur“ laminiert.

Bedenken, welche Lackierung am meisten Sound mitmacht
Bedenken, welche Lackierung am meisten Sound mitmacht Foto: Shutterstock von Dmitry Galaganov

Besonderheit hochglänzende oder matte Lackierung

Dein Auge schweift über verschiedene Ukulelen. Die hochglanzlackierten Instrumente gefallen dir besonders gut? Vorsicht genau an diesem Punkt. Hochglanzlackierungen sind insbesondere im niedrigen Preissegment dicker als matte Lackierungen. Resultat ist, dass der dicke Lack weniger schwingt bzw. die Eigenschwingungen der Ukulele sogar abdämpft.

Im höheren Preissegment brauchst du das nicht zu befürchten. Da werden die Lacke aufwendig verarbeitet. Auch nicht bei Mattlack; der beeinflusst das Schwingverhalten des Instrumentes nicht. Verständlich, dass du ein cool aussehendes Instrument in Händen halten möchtest. Bedenke aber, dass die geile Optik sich auf den Klang sogar negativ auswirken kann. Und eine super gemaserte Naturholzdecke muss auch nicht unbedingt mit fettem Lack überzogen werden. Die ist bereits eine Schönheit für sich.

Saitenlage sinn- und klangvoll eingestellt

Nächstes Stichwort ist die Saitenlage. Gerade weil die Mensur – die Länge der Saite – eben nur begrenzt ist, geht man hier den berühmten Kompromiss ein, allerdings einen entscheidenden. Mag sein, du wünscht dir eine besonders flache Saitenlage, weil das Instrument sich dann vermeintlich am einfachsten Spielen lässt.

Abgesehen davon, dass das leicht zum Scheppern der gegriffenen Saiten führen kann, ist das Ergebnis, dass die Töne zu leise klingen. Ist die Saitenlage wiederum zu hoch, kannst du umso schwerer greifen; außerdem klingen die Töne schief. Ausschlaggebend ist die vernünftige Saitenlage über dem 12. Bund.

Hals darf nicht verzogen sein

Weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal ist, dass der Hals nicht „verzogen“ ist. „Verzogen hat hier nichts mit guter Erziehung, gutem Benehmen oder Kinderstube zu tun. Deine Ukulele ist schließlich keine Rotzgöre. Es geht darum, dass der Hals über die gesamte Strecke hinweg gerade ist. Damit erklimmst du als Laie soeben die nächste Stufe als Ukulele-TÜV:

Wie sollst du das herausfinden? Genügt das bloße Auge oder benötigst du nun etwa Messwerkzeug? Weder, noch. Nimm die Ukulele in die Hand und drücke irgendeine der Saiten zugleich am vordersten und hintersten Bund aufs Griffbrett. Jetzt kommt der Sichttest: Sofern der Hals gerade ist, ist der Abstand zwischen Saite und Griffbrett über die gesamte Strecke hinweg gleich.

Wichtig: Stimmstabile Mechaniken
Wichtig: Stimmstabile Mechaniken Foto: Shutterstock von tiagogarciafoto

Solide Stimmstabilität, weil’s sonst keinen Spaß macht

Klar, auch die Stimmung sollte das Instrument vernünftig halten können. Eine Ukulele aus der Spielzeugabteilung wird dir das Vergnügen nur selten bereiten. Deine persönliche Problematik am Anfang könnte sein, dass du die Qualität der Stimmwirbel möglicherweise noch nicht beurteilen kannst. Als Einsteiger weißt du eventuell noch nicht, wie die Ukulele gestimmt wird. Woher sollst du wissen, ob sie die Stimmung auch hält?

Eine Möglichkeit ist es, sich von einem befreundeten Musiker beraten zu lassen. Andere Variante: Nimm ein Stimmgerät, stimme die Ukulele damit durch. Anschließend spielst du ein paar Töne, ziehst die Saiten auch immer mal wieder ein wenig in die Höhe. Dann kontrollierst du wieder mit dem Stimmgerät. Stimmung vernünftig gehalten? Dann hat die Ukulele wohl gute Laune; es ist alles okay.

Oktavreinheit als wichtiges Qualitätskriterium

Immense Bedeutung hat die Oktavreinheit. Ohne in allzu ausschweifende Erklärungen zu verfallen, versuchen wir die Erläuterung mal so: Eine Saite muss stimmkonform in der Mitte geteilt werden können. Bei normalen Instrumenten befindet sich diese Mitte über dem 12. Bund. Genutzt wird dafür ein Vergleich zwischen Flageolett-Ton über und gegriffenem Ton auf dem 12. Bund. Die beiden Töne müssen ohne Abweichung identisch klingen. Und zwar bei sämtlichen Saiten.

Das ist aufgrund der kurzen Mensur einer Ukulele für die Hersteller nicht immer ganz einfach. Funktioniert das jedoch nicht, kann die Ukulele niemals wirklich korrekt gestimmt werden. Über kurz oder lang wandert das arme Ding in die Tonne. Für Anfänger ist es schwierig, die Oktavreinheit zu ermitteln. Hier solltest du bei der Auswahl einen Bekannten mitnehmen, der sich schon etwas auskennt.

Preisliche Unterschiede haben ihren Grund

Klar ist, dass du für eine Ukulele mit Massivholzdecke oder gar ein vollmassives Instrument tiefer in die Tasche greifen musst als für ihre gesperrten Kameraden. Preiswerte Ukulelen für ein bisschen Lagerfeuerromantik können bei 17 Euro beginnen, schon vernünftige Qualität gibt es um die 50 bis 100 Euro. Damit lange nicht genug. Das kann bis in die Hunderte und Tausende gehen. Die Range ist sehr breit gesteckt.

Somit hängt deine Entscheidung direkt damit zusammen, wie tief du in das Thema einsteigen möchtest. Soll es dein neues Hobby werden, lohnt es sich durchaus, ein paar Euronen mehr auf die Theke zu legen. Das Instrument wird deine Ausgabe mit einem volleren, wärmeren Klang belohnen. Bist du erst ein wenig fortgeschritten, profitierst du zudem von der größeren Dynamik.

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