Violine lernen

Violine: Aufbau und Teile

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Um die Violine zu lernen, solltest du wissen, wie das Instrument aufgebaut ist und welche Funktionen die einzelnen Teile haben. Dass mit einer Schnecke nämlich nicht das Tier gemeint ist, sondern eine barocke Verzierung an der Violine, weiß vielleicht nicht jeder.

Hals
Der Hals der Violine besteht aus Ahorn. Zu ihm gehören die Schnecke und der Wirbelkasten. Ob sich ein Spieler mit seiner Violine wohl fühlt, hängt in großem Maße von der Ausarbeitung des Halses ab. Auch das Lagenspiel kann durch einen gut gearbeiteten Hals wesentlich erleichtert werden.

Schnecke
Die Schnecke ist eine barocke Verzierung an der Violine. Sie hat mehr ästhetische als wirklich klangliche Hintergründe, obwohl sich natürlich jede Masse am Instrument in Schwingung versetzen lässt und so Schwingungsenergie aufnimmt, was praktisch aber nicht hörbar ist.

Wirbel
Wirbel können aus drei verschiedenen Materialien bestehen: Ebenholz, Palisander oder Buchsbaum. In der Regel sitzen die Wirbel in einer konischen Einpassung und werden mit einer Wirbelkreidemischung abgeschmiert.

Sattel
Der Sattel besteht aus dem Ober- und Untersattel, die aus Ebenholz gefertigt werden. Über den Sattel werden die Saiten umgelenkt.

Griffbrett
Beim Griffbrett ist es äußerst wichtig, dass es aus massivem Holz gefertigt wird. Nur so kann das Material der starken Beanspruchung durch das Niederdrücken der Finger und Saiten widerstehen. Denn nur eine glatte Oberfläche garantiert ein störungsfreies Spiel. In der Regel wird daher Ebenholz für das Griffbrett verwendet.

Violine-Aufbau
Voggenreiter

Korpus
Der Korpus der Violine besteht aus Decke, Boden und den Zargen. Durch den Korpus werden die Schwingungen der Saiten verstärkt, was den charakteristischen Klang des Instruments ausmacht. Die Decke wird, wie alle Resonanzplatten von Saiteninstrumenten, aus Fichte hergestellt, da das Holz im Verhältnis zum leichten Gewicht eine sehr hohe Elastizität besitzt. Der Boden wird hingegen zu ca. 90 Prozent aus massivem Ahornholz geschnitzt. Oft ist der Boden zweigeteilt und besteht aus einem dickeren aber nicht so breiten Stück, das in der Mitte zusammengefügt wird.

Saiten
Die Violine verfügt über eine g-, d-, a- und e-Saite. Die e-Saite ist ausschließlich aus Stahl, die anderen Saiten können aus Darm, Kunststoff oder Stahl mit Metallumspinnung bestehen. Saiten aus Darm wird der wärmste Ton zugesprochen, sie brauchen jedoch einige Zeit zum Einspielen und sind sehr Empfindlich gegenüber Wärme und Feuchtigkeit. Positiv ist jedoch, dass sie in vielen Stärken erhältlich sind und so eine gute Abstimmung auf das Instrument ermöglichen. Kunststoffsaiten werden zunehmend beliebter. Klanglich entsprechen sie immer mehr ihrem Vorbild, den Darmsaiten, außerdem lassen sie sich schneller einspielen, sind Unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und Wärme, verstimmen weniger und Reißen seltener komplett durch. Stahlsaiten gelten als die billige Alternative zu Darm- oder Kunststoffsaiten. Sie haben einen scharfen Klang und ein eher unangenehmes Gefühl unter den Fingern, bei Cellos sind Stahlsaiten jedoch der Normalfall.

Entscheidend für den Klang einer Saite ist jedoch nicht nur das Kernmaterial, sondern auch die Metallumspinnung. Die weit verbreitetste Umspinnung ist aus Aluminium. Es gibt jedoch auch Metallumspinnungen aus Silber, Gold, Wolfram oder Kupfer. In der Regel werden Saiten in drei verschiedenen Stärken geliefert, außer Darmsaiten, die in wesentlich feineren Abstufungen verfügbar sind. Die Stärke hat einen entscheidenden Einfluss auf den Klang der Saite. Dünnerer Saiten haben eine höhere Spannung und sprechen gut an, haben jedoch nicht so viel Klangvolumen. Dickere Saiten haben hingegen eine geringere Spannung, sprechen schlechter an, können aber ein höheres Klangvolumen erzeugen.

F-Löcher
Obwohl man es meinen könnte, sind die F-Löcher keine Klangöffnungen. Der Ton der Violine wird vom gesamten Korpus abgestrahlt. Trotzdem sorgen die F-Löcher dafür, dass sich die im Korpus eingeschlossene Luft frei bewegen kann. Außerdem bewirken die Löcher, dass die Schwingungsfähigkeit der Decke im akustischen Zentrum erhöht wird.

Bogen
Voggenreiter

Steg
Der Steg besteht aus Ahornholz und ist zum einen dafür zuständig, die Saiten im richtigen Abstand über dem Griffbrett zu halten und zum anderen, die Schwingung der Saiten auf die Decke zu übertragen. Dazu wird der Steg zwischen die Saiten und die Decke geklemmt.

Saitenhalter
Die meisten Saitenhalter werden aus Ebenholz, Palisander oder Buchsbaum hergestellt. Es gibt jedoch auch Saitenhalter aus Plastik oder Leichtmetall, die bereits einen integrierten Feinstimmer für jede Saite besitzen. Da der Saitenhalter direkt an den Saiten hängt, kann er einen großen Einfluss auf den Klang der Violine haben, also zum Beispiel dämpfend wirken.

Feinstimmer
Mithilfe des Feinstimmers kann die Saitenspannung, also die Tonhöhe, feiner justiert werden. Für Feinstimmer gibt es verschiedene Bauarten, die immer aus Metall bestehen. Da Feinstimmer jedoch eine erhebliche Massenzunahme bedeuten und die absolute Saitenlänge verkürzen, werden bei Bratschen und Geigen Feinstimmer nur an den höchsten Saiten empfohlen. Wer Feinstimmer an allen vier Saiten haben möchte, sollte einen Saitenhalter mit integrierten Feinstimmern nutzen.

Kinnhalter
Kinnhalter sollen das Halten des Instruments erleichtern, deswegen gibt es eigentlich auch für jede Kinnform das passende Modell. Die Violine soll nämlich nicht mit der Hand gehalten werden, sondern zwischen Kinn und Schulter fixiert werden. Der Kinnhalter kann entweder mithilfe einer Schraube am Rand des Instruments festgeklemmt werden oder über den Saitenhalter befestigt werden.

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