Trompete dämpfen

Trompetendämpfer: Sshhmute von Bremner Music im Test

Dank Trompetendämpfer kann man zuhause spielen und die Nachbarn werden nicht einmal gestört. Wir haben uns einfach mal die komplette Palette schicken lassen, die »sshhmute« an diverse Musiker verteilt und deren Reaktionen abgewartet… Die waren überaus positiv.

Was verspricht der sshhmute?

»Der Bremner-Übungsdämpfer ist wunderbar leicht und praktisch. Jeder Posaunist sollte einen haben«, findet Christian Lindberg. Trompeterin Alison Balsom schwört wegen ihrer vieler Reisen auf »sshhmute«. »Der Dämpfer funktioniert extrem gut und ich habe ihn schon öfter benutzt, kurz bevor ich auf die Bühne musste – denn hier muss ich einerseits leise sein, möchte mich andererseits aber trotzdem hören.« Und der australische Trompeter James Morrison findet, dass der Dämpfer »meine Intonation nicht beeinträchtigt. Und: Niemand kann mich im Hotel hören, wenn ich mitten in der Nacht üben..«

Wer hat’s erfunden?

Erfunden hat den »sshhmute« Trevor Bremner, ein international renommierter neuseeländischer Kornettist. Bremner fand, dass sich der Gebrauch eines minderwertigen Tondämpfers beim Üben – durch schwankende Tonhöhe und schlechte Stimmqualität – negativ auf die Qualität des Spiels auswirken könne. Lange Jahre des Übens zu den unterschiedlichsten Zeiten und an den unterschiedlichsten Orten führten Bremner zu dem Schluss, dass die Zeit für einen besseren Tondämpfer gekommen war – und zwar zu einem Preis, der den Bedürfnissen junger Nachwuchsmusiker wie gestandener »Altmusiker« entspricht.

Der zungenbrecherisch wirkende Name setzt sich aus »sshh« (deutsch: psst) und »mute« (stumm) zusammen. Hergestellt wird der Dämpfer in Neuseeland und ist aus leichter, aber belastbarer ABS-Plastik gefertigt. Neben der dämpfenden Eigenschaft war das obere Ziel, ein langlebiges und leichtes Hilfsmittel zu kreieren. Der »sshhmute« hat keine brüchigen oder lös­lichen Teile und wird mit einer dazuge­hörigen, handlich-weichen Stofftasche geliefert. Letzteres, weil die Hersteller auf keinen Fall wollen, »dass die Dämpfer zerkratzt werden – so stolz sind wir auf sie«. Der »sshhmute« ist zurzeit lieferbar für Trompete/ Kornett, Piccolo-Trompete, Posaune und Bassposaune, Waldhorn, Tenorhorn und Flügelhorn.

Wir haben es getestet!

Nun, bei so viel prominentem Lob und Selbstbewusstsein will man der Sache natür­lich auf den Grund gehen. Sind die Dinger wirklich so gut, wie Balsom, Bremner und Co. behaupten? Wir haben uns einfach mal die komplette Palette schicken lassen, die »sshhmute« an diverse Musiker verteilt und deren Reaktionen abgewartet… Die waren überaus positiv.

Anwendung

In der Anwendung ist Dämpfer von Bremner »super einfach«. Falsch machen kann man da in der Tat recht wenig: Das Runde muss ins Runde. Der Kork hält bombenfest und lobenswert ist zudem das sehr geringe Gewicht des Dämpfers: »Man merkt es kaum.« Auch der Transport ist grundsätzlich kein Problem, der »sshhmute« nimmt nicht viel Platz weg und passt in seinem dekora­tiven kleinen Säckchen fast in jede Tasche. Wünschenswert wäre es jedoch, erklärt ein Tester, »dass sich der Dämpfer im eingesteckten Zustand transportieren ließe, was durch sein Überstehen über den Becherrand nicht möglich ist«. Dass der  Transport im Schallbecher eher nicht möglich ist, sah unser Trompetentester eher pragmatisch, »denn da steckt eh meistens der Trompetenständer«.

Auch in puncto Verarbeitung ist überhaupt nichts Negatives aufgefallen. »Der Übe­dämpfer ist sehr leicht und dennoch besonders stabil.« Allerdings ist er auch noch keinem Tester heruntergefallen – was vielleicht problematisch werden könnte.

Spielgefühl

Der Klang ändert sich naturgemäß. Aber das ist ja auch zu erwarten gewesen bei einem Übungsdämpfer bzw. das muss ja so sein – sonst bräuchte man ja keinen. Das Spielgefühl empfinden sämtliche Tester als »sehr gut«. Vor allem im Vergleich zu ähn­lichen Dämpfern besitzt der »sshhmute« ein über alle Lagen offenes Spielgefühl mit nur sehr geringem Widerstand. Man hat nie das Gefühl, gegen den Dämpfer anspielen zu müssen. »Erstaunlich, wie die das machen.« Der »sshhmute« lässt auch einen kleinen Kern im Ton. Von daher: Daumen hoch beim Spielgefühl!

Lautstärke

Auch die Intonation bleibt im Vergleich zum Spielen ohne Dämpfer nahezu unverändert. Durch die besonders starke Reduzierung der Lautstärke ist der »sshhmute« hervorragend zum Üben im Hotelzimmer oder für das Einspielen hinter der Bühne geeignet. Wie leise der »sshhmute« ist, bringt ein Tester mit einem Vergleich auf den Punkt: »Selbst das ›Buzzen‹ auf dem Mundstück ist deutlich lauter.« Ob man jetzt unbedingt im selben Zimmer wie ein schlafendes Baby üben muss, konnten ei­nige Tester mangels Baby nicht sagen. Aber man könne im selben Zimmer üben, in dem noch jemand einen Film schaut. »Diejenige hat sich über 45 Minuten Tonleitern und technische Übungen – neben ›Star Trek‹ – nicht beschwert.« Wer zum Üben in einen anderen Raum geht, sollte jedenfalls keine Zuhörer mehr haben, sozusagen. Aller­dings ist das Thema Lautstärke nicht der allergrößte Pluspunkt, denn die Reduzierung der Lautstärke nimmt sich nicht viel im Vergleich mit anderen Übungsdämpfern. Das wirklich Erstaunliche ist für einen Tester, »wie die es schaffen, so eine Dämpfung mit so wenig zusätzlichem Widerstand hinzukriegen.«

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in An­betracht der Qualität sehr gut. »Der Preis liegt absolut im Rahmen.« Wenn das Teil nicht bei jedem Sturz kaputt gehe, sei es sein Geld definitiv wert. »Auf jeden, jeden, jeden Fall!« Der günstigste Dämpfer (Trompete) kostet 49, der teuerste (Posaune) 75 Euro (UVP).

Dieser Artikel stammt aus dem Fachmagazin für Blasmusik Clarino 09/16  – weitere Fachartikel aus der Ausgabe findest du hier!

 

Ein Kommentar zu “Trompetendämpfer: Sshhmute von Bremner Music im Test”
  1. Fred Noll

    Hi,
    wie ist die Lautstärke im Verhältnis zum Yamaha SB 7X Silent Brass Dämpfer? Ich nutze diesen meistens ohne Kopfhörer und Amplifikation und dieser stellt für mich das leiseste dar, was ich je gehört habe, jedoch vom akustischen Spielgefühl aber nicht unbedingt der Knaller ist (Intonation etc.). Danke im Voraus….. und lG

    Antworten
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