Ansatzübungen Trompete Anfänger

Trompetenansatz: Bauch-Atmung

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Glücklicherweise gibt es einen Trompetenansatz, den unser Körper sogar schon verinnerlicht hat: die Bauch-Atumung oder Zwerchfellatmung. Die Bezeichnungen beziehen sich auf die Bauch- bzw. Zwerchfellmuskulatur, die dabei – allerdings unbewusst – eingesetzt wird. Deshalb sind einige Übungen nötig, um diese Muskulatur bewusst einsetzen zu können.

1. Schnüffeln
Stelle dir einen feinen Geruch vor, dem du nachschnüffelst. Lege dabei deine Hand auf den Bauch in Höhe des Bauchnabels. Bei jedem Schnüffelvorgang bewegt sich die Bauchdecke nach außen. Diesen Effekt kannst du auch beobachten, wenn du hechelst wie ein Hund. Dann wirst du zusätzlich noch eine Einwärtsbewegung beim Ausatmen bemerken.

2. Schreien
Die Kraft deiner Bauchmuskulatur kannst du besonders beim Ausatmen beobachten. Lege wieder die Hand auf die Bauchdecke und schreie kräftig „Ha! Ha! Ha!“ Die Bauchmuskulatur zieht sich beim Schreien zusammen. Probiere auch aus, wie es klingt, wenn du statt zu schreien Töne auf der Trompete bläst. Sie werden voller und kräftiger klingen. (Auch  brutaler, aber momentan geht es nicht um die Tonqualität, sondern nur um die Kraft deiner Atmung.)

3. Atemreflex
Lege die Hand auf die Bauchdecke und atme vollständig aus. Warte nun, statt einzuatmen, bis du es ohne Einatmen nicht mehr länger aushalten kannst. Dannwarte noch etwas länger. Lass schließlich einfach alle Anspannung los und erlaube deinem Körper, Luft zu holen. Sehr schnell und sehr tief wird er mithilfe der Bauchmuskulatur einatmen. Beobachte den Vorgang und präge dir das Gefühl ein.

4. Vollatmung
Die Hand ist auf der Bauchdecke. Führe nun den in Nr. 4 beobachteten Bewegungsablauf bewusst durch. Die Bauchdecke geht nach außen und der Körper füllt sich von unten her mit Luft. Nach dem unteren Bauch in den Bereich zwischen Rippen und Nabel, dann in den Brustkorb, wobei die Schultern aus bekannten Gründen unten bleiben. Anschließend atmest du langsam und ebenso bewusst in der umgekehrten Reihenfolge wieder aus: Brust, oberer Bauch, unterer Bauch (hierbei wandert die Hand langsam wieder nach innen). Gib die Luft kontrolliert und gleichmäßig ab, wie wenn du eine Kerzenflamme im Atemzug flattern lässt, ohne dass diese verlöscht.

5. Zielen
Strecke deinen Arm aus und wende die Handfläche zu dir. Atme wie in Nr. 4 ein, forme die Lippen wie beim Buzzing und blase ohne Ton einen dünnen, aber starken Luftstrahl gegen die Handfläche. Die andere Hand liegt zur Kontrolle der Ein- und Ausatmung wie immer auf dem Bauch. Versuche danach auch, ein leicht geknittertes Blatt Papier auf armlange Entfernung nur mit dem Luftstrahl an der Wand zu halten. Benutze die Vollatmung (Nr. 4) am Anfang eines Stückes oder in einer längeren Pause. Wenn du beispielsweise zwischen zwei Noten nur wenig Zeit zum Atmen hast, ist die Schnappatmung das bessere Mittel. Hierbei holst du nur einmal kurz Luft wie beim Schnüffeln (Nr. 1), allerdings deutlich stärker.
Mache diese Atemübungen häufig und gewissenhaft. Vor allem die Vollatmung (Nr. 4) muss dir in Fleisch und Blut übergehen. Übe den Bewegungsablauf täglich sieben mal hintereinander, um ihn im Unterbewusstsein abzuspeichern.

Richtige Atmung ist die Grundlage vieler wichtiger Fähigkeiten wie beispielsweise
– Tonqualität
– Intonation
– Ausdauer
– Sicheres Spiel in sehr hoher und sehr tiefer Lage

Tipp
Atemübungen heißen so, weil man sie tatsächlich üben muss! Durchlesen alleine reicht dazu nicht aus. Die meisten bläserischen Probleme haben ihren Ursprung in mangelhaft ausgeführter Atmung. Oft können einem Trompeter wenige Stunden Atemübungen bei einem guten Lehrer viele mühevolle Jahre ersparen.

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