Musikindustrie in Deutschland

Musiker kommen mit Honoraren nicht über die Runden

Straßenmusiker
Tommes64 CC0 Public Domain

Für die Studie „Musikwirtschaft in Deutschland“ wurde die volkswirtschaftliche Relevanz der Musikbranche analysiert. Dabei kam nicht nur heraus, dass das Musikbusiness ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für Deutschland ist, sondern auch dass viele Kreative, die das wirtschaftliche Fundament für alle anderen Musikunternehmen sind, kaum von ihrer Tätigkeit leben können!

Dabei ist die wirtschaftliche Lage der Kreativen sehr unterschiedlich. Populäre Künstler können durch Konzerte und aus dem Verkauf von Tonträgern bzw. digitalen Musikdateien teilweise hohe Einkommen erzielen, während unbekannte Newcomer oder Vertreter weniger populärer Musikrichtungen oft mit nur geringen Einkommen auskommen müssen.

In der Studie werden zwei Gruppen von Selbständigen dem Teilsektor der Kreativen zugeordnet. Das sind zum einen die Urheber also Komponisten, Textdichter (Songschreiber) sowie Musikbearbeiter und zum anderen die ausübenden Künstler, also Einzelinterpreten, Musikgruppen (Bands, Orchester, Chöre) und DJs.

Anteile

Diese Gruppe ist für 15 Prozent der Bruttowertschöpfung der gesamten Musikindustrie verantwortlich. Zum Teilsektor live music, der mit 27 Prozent den größten Anteil der Bruttowertschöpfung hat, zählen u.a. die Konzertveranstalter selbst, aber auch Künstleragenturen, Tourdienstleister, Betreiber von Musikclubs sowie Ticket-Dienstleister, über die ein großer Teil des Vorverkaufs abgewickelt wird. Die Abbildung zeigt klar, dass die Kreativen, die das Fundament der Musikindustrie bilden, nur einen kleinen Anteil an der Wertschöpfung abbekommen. Wichtig ist hier jedoch anzumerken, dass die Studie sich hauptsächlich auf die bei der Künstlersozialkasse gemeldeten Musiker bezieht und festangestellte Musiker in Theatern oder Orchestern in der Studie als Beschäftigte im Sektor live music ausgewiesen werden.

Gesamtertraege-ausuebende-Kuenstler

Ein Grund dafür, dass die Kreativen für nur rund ein Sechstel der Bruttowertschöpfung der Musikwirtschaft verantwortlich sind, ist vor allem das sehr geringe Durchschnittseinkommen in diesem Teilsektor. Ausübende Künstler verdienen im Schnitt nur 12.500 Euro im Jahr, die Frauen erhalten sogar nur 10.100 Euro.

Die Studie zeigt auch, dass bei den Kreativen ein sehr hohes Einkommensgefälle besteht. Ein Drittel der Urheber haben ein Jahreseinkommen von unter 17.500 Euro hingegen verdienen nur etwa 600 der erfassten Urheber mehr als 100.000 Euro im Jahr.

Ein weiteres erschreckendes Bild zeichnen die Abbildungen zur Struktur der Gesamterträge der ausübenden Künstler. Hier wird deutlich, dass ein Großteil des Einkommens über übrige Erlöse, die scheinbar nicht direkt der Musikbranche zuzuordnen sind, eingenommen werden.

Daraus lässt sich die bittere Wharheit ableiten: Ausübende Musiker können rein mit der Musik nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten!

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