Musikmachen mit dem PC Teil 2 – Das richtige Audiointerface

Erstellt: 25.06.2010

Autor: Redaktion

Kategorie: Keyboards und Synthie , Studio und Recording

Inhalt:Basics

Schwierigkeitsgrad:(Leicht)

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Das richtige Audiointerface

Damit Sound in den Rechner rein und raus gehen kann, brauchst du ein Audiointerface. Fast jeder aktuelle PC hat „On-Board-Sound“, d.h. ein bereits auf der Hauptplatine integriertes Audiointerface. Für gelegentliches Musikhören oder Youtube-Videos reicht das aus, zum Musikmachen taugt On-Board-Sound nicht. Und zwar aus mehreren Gründen: Erstens, die Klangqualität ist relativ bescheiden. Zweitens, die Geschwindigkeit, mit der Sound ein- und ausgegeben werden kann, ist relativ lahm. Der Fachchinese spricht hier von „Latenz“.

Wenn du mit virtuellen Klangerzeugern (Synthesizer, Sampler, Drum-Machines) oder virtuellen Gitarrenverstärkern arbeitest, brauchst du ein Audiointerface mit geringer Latenz, das also mit unmerklicher Verzögerung den Sound ausgibt. Denn wenn du auf eine Taste am Keyboard drückst oder in die Gitarrensaiten haust, dann soll der berechnete Sound ja ohne spürbare Verzögerung sofort zu hören sein. Sonst leiden das Timing und der Groove.

Wo kaufen und was?

Audiointerfaces zum Musikmachen findest du nicht im Elektromarkt, sondern nur im Musikalienhandel.

Es gibt interne und externe Audiointerfaces.

Externe Audiointerfaces werden über USB oder Firewire angeschlossen, seltener auch als PCMCIA-Karte oder PCMCIA-Express-Karte.

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Ein einfaches externes Audiointerface mit USB-Anschluss.

 

USB- und Firewire- Audiointerfaces sind in den letzten Jahren immer populärer geworden, weil sie auch mobil eingesetzt werden können. Firewire-Interfaces sind oft ein bisschen teurer als USB-Kisten, meist aber auch ein bisschen schneller. Noch etwas schneller sind die seltenen PCMCIA-Karte oder PCMCIA-Express-Interfaces. Ihr Nachteil liegt darin, dass sie nur auf mobilen Rechnern einsetzbar sind, denn stationäre Rechner haben keine PCMCIA-Karte oder PCMCIA-Express-Slots.

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Audiointerface als PCI-Karte zum Einbau in den stationären Rechner.

 

Interne Audiointerfaces kommen als PCI- oder PCI-Express-Steckkarte; sie werden also in den Rechner eingebaut. Das geht natürlich nur bei stationären Rechnern; für Notebooks/Laptops/Netbooks kommen solche internen Audiointerfaces nicht infrage.

Der große Vorteil von internen Audiointerfaces liegt in der sehr direkten Anbindung an das Computersystem: PCI- und PCI-Express-Audiointerfaces sind sehr flott unterwegs und bieten in der Regel kürzere Latenzen als externe Lösungen.

Ausstattung

Natürlich unterscheiden sich Audiointerfaces auch darin, wie viele Ein- und Ausgänge sie haben. Wenn man alleine oder zu zweit arbeitet, reicht in der Regel ein Stereo-Ein- und Ausgang. Mehr Inputs und Outputs brauchst du vor allem dann, wenn du mit der ganzen Band gemeinsam Songs einspielen möchtest.

Audioanschlüsse gibt es in digitaler und analoger Form. An analoge Eingänge kannst du Klangerzeuger direkt anschließen. Digitale Audioanschlüsse sind für den Anschluss von (hochwertigen) externen AD- bzw. DA-Wandlern gedacht.

Viele Audiointerfaces sind zusätzlich mit MIDI-Anschlüssen ausgestattet, diese werden benötigt um Tasteninstrumente anzuschließen. Zwar besitzen viele neuere Einspieltastaturen und Keyboards inzwischen USB-Anschlüsse, dennoch kann man in der Praxis nur selten auf MIDI-Anschlüsse verzichten, insbesondere wenn auch ältere Tasteninstrumente integriert werden sollen.

MIDI-SPDIF

MIDI-Anschlüsse dienen dem Anschluss von Tastaturen, Controllern und elektronischen Klangerzeugern, S/P-DIF-Anschlüsse werden dagegen nur benötigt wenn externe Wandler angeschlossen werden sollen.

 

Exkurs: Digitale Audioanschlüsse

Digitale Audioanschlüsse sind für ein Einsteiger-Setup nicht unbedingt erforderlich, sind aber an etwas besser ausgestatten Interfaces fast immer vorhanden. Man unterscheidet zwischen:

S/P-DIF – eine zweikanalige digitale Schnittstelle, die entweder über koaxiales Kabel (ähnlich wie Antennenkabel, aber mit Cinch-Stecker) übertragen wird (S/P-DIF elektrisch) oder über ein TOSLINK-Lichtleiterkabel (S/P-DIF optisch).

ADAT – eine achtkanalige Digitalaudio-Schnittstelle. Sie verwendet dieselben TOSLINK-Lichtleiterkabel wie S/P-DIF optisch.

An einigen Geräten können die optischen Digitalaudio-Anschlüsse wahlweise im S/P-DIF oder im ADAT-Modus verwendet werden.

Profi-Audiointerfaces sind mit AES/EBU-Anschlüssen ausgestattet. Technisch ist AES/EBU der elektrischen S/P-DIF-Variante sehr ähnlich; die Steckverbinder sind aber keine wackeligen Cinch-Buchsen, sondern professionelle XLR-Buchsen.

Worauf achten?

Sehr praktisch für den Einstieg sind Interfaces, die Mikrofoneingänge und mindestens einen Kopfhöreranschluss bieten.

Mic-Line

Viele Audiointerfaces sind mit Kombibuchsen bestückt. Steckt man einen Klinkenstecker hinein, landet man im Line-Eingang. Mikrofone müssen dagegen mit einem XLR-Stecker angeschlossen werden.

 

Ionix_Phones

Für entspanntes Arbeiten zu zweit sind separat regelbare Kopfhörerausgänge empfehlenswert.

 

Wenn du E-Bass oder E-Gitarre aufnehmen möchtest, solltest du außerdem auf einen Instrumenteneingang achten (oft mit „Hi-Z“ bezeichnet). Wenn du einen E-Bass oder eine Gitarre in einen solchen Instrument Input stöpselst, klingt’s nämlich viel knackiger und brillanter als an einem normalen Line-Eingang.

Extrem wichtig für stressfreies Arbeiten sind schnelle und stabile Treiber – frag deinen Händler, studiere Testberichte und erkundige dich in Internetforen.

Saffire_Pannel

Zu den Treibern gehört in aller Regel auch ein Software-Mixer, der komplexe Monitoring-Mischungen erlaubt.

 

Ionix_Monitor_Mix-Regler

Einfacher als über einen Software-Mixer gelingen Monitoring-Mischungen mit einem Hardware-Regler

 

Achte auf leichte Bedienung. Sehr angenehm sind Geräte mit richtigen Reglern, an denen du eine Mischung aus Computersignal und Eingangssignal einstellen kannst. Zum Einspielen von Instrumenten oder um Gesang zu einem Stück aufzunehmen, musst du ja einerseits dich selbst und andererseits die bereits aufgenommenen Spuren hören, um dich daran zu orientieren. Fast immer kann man eine solche Monitoring-Mischung auch über den Software-Mischer des Audiointerfaces einstellen, aber ein echter Regler zum Anfassen ist viel intuitiver. Tipp: Lass dir vom Verkäufer zeigen, wie man eine Monitoring-Mischung erstellt. Wenn das zu kompliziert aussieht, kauf ein anderes Audiointerface, bei dem das leichter von der Hand geht.