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Beispiel für verschiedene VST Instrumente

Du möchtest deinen Rechner in ein komplettes Musikstudio verwandeln und Hits à la Timbaland produzieren? Dich interessieren HipHop, R’n’B, Dance oder Chill-out? Bei vielen angesagten Styles kommt die Musik heute schon komplett aus dem Rechner. Doch wie erzeugt man rein elektronische/samplebasierte Musik zu Hause auf dem eigenen Computer? Hier erfährst du, wie es funktioniert.

Mit einem halbwegs aktuellen Rechner bist du schon gut ausgerüstet. Wer soundmäßig etwas aufdrehen möchte, sollte an den Ausgang der Soundkarte entweder ein gutes Paar Computerlautsprecher, Aktivboxen oder die heimische Stereoanlage anschließen. Apropos Soundkarte: Während ein aktueller Apple-Rechner standardmäßig leistungsfähig genug ist, sollte man die Onboard-Soundkarte eines PCs mit dem schnellen und kostenlosen Treiber von www.asio4all.com für den Musik-Einsatz pimpen. Für schnelles Plug & Play spricht auch ein USB-Interface, das gleich einen eigenen ASIO-Treiber mitbringt. Der sorgt dafür, dass man nahezu verzögerungsfrei Softwareinstrumente spielen kann. Bei der Auswahl der Soundkarte lohnt es sich übrigens, direkt nach einem Software-Bundle Ausschau zu halten. Denn viele Hersteller liefern Light-Versionen bekannter Musiksoftware mit, die für den Anfang durchaus ausreichen.

Möchtest du Drums und virtuelle Instrumente direkt in den Rechner einspielen, ohne mit der Maus auf dem Bildschirm herumklicken zu müssen, benötigst du ein Masterkeyboard. Die gibt es von verschiedenen Herstellern mit platzsparenden 25- bis zu klaviergroßen 88 Tasten. Auch hier gibt es Bundle-Pakete, in einigen Fällen ist sogar eine Soundkarte in das Keyboard eingebaut. Hast du bereits eine Tastatur, kannst du sie über MIDI, oder, falls am Keyboard vorhanden, per USB mit dem Computer verbinden. Die MIDI-Verbindung erfordert ein eigenes Interface, das bei einigen Soundkarten allerdings schon eingebaut ist (beim Kauf darauf achten!).

Software

Auch wenn du keine großen musikalischen Vorkenntnisse besitzt, kannst du sofort loslegen. Für wenig Geld haben die nur für den PC erhältlichen Programme „MAGIX Music Maker“, „Sony Acid Music Studio“ oder die in allen trendigen Styles verfügbaren „e-jay“-Versionen schon so ziemlich alles an Bord, was man braucht, um professionell klingende Tracks zu produzieren. Per Drag & Drop klickt man sich in wenigen Minuten die mitgelieferten Sound-Loops zu hitverdächtigen Songs zusammen. Wem das auf Dauer nicht kreativ genug ist, der kann beim Music Maker zusätzlich virtuelle Instrumente wie Drums, Bass und Synths einspielen. Dass dieses Konzept sehr gut funktioniert, haben inzwischen auch andere Hersteller erkannt, und so liegt mittlerweile jedem aktuellen Mac in der „iLife Suite“ das Programm „GarageBand“ bei. Das ist ähnlich wie der Music Maker aufgebaut: Man kann aus tausenden mitgelieferten „Apple Loops“ eigene Songs erstellen, bei denen sogar Tonhöhe und Tempo variabel einstellbar sind. Auch hier ist es möglich, virtuelle Instrumente zu spielen, und wer später noch professioneller arbeiten möchte, kann auf die große Version Logic updaten, in die man GarageBand-Projekte problemlos laden kann. Auch Steinberg hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit „Sequel“ ein ähnliches und sehr günstiges Programm auf den Markt gebracht, das außerdem auch auf dem PC läuft. Zum Produzieren der Lieblingsmusik stehen hier 5.000 Loops in allen angesagten Musikstilen zur Verfügung, die durch einfaches Verschieben und Kopieren blitzschnell zu Songs zusammengestellt werden können.

Wenn du auf vorgefertigte Loops verzichten kannst und lieber eigene elektronische Styles umsetzen möchtest, bietet sich eine Komplettlösung an, die einen Sequenzer zum Aufnehmen der Ideen und verschiedene virtuelle Instrumente sowie Effekte umfasst. So ein Allrounder ist z.B. das Programm „Storm“ von Arturia. Eine große Hilfestellung sind hierbei die „Templates“, die Voreinstellungen für einen gewählten Stil wie HipHop, Techno, House oder Drum’n’Bass bereitstellen. Ein weiterer Allrounder ist „Reason“ von der Firma Propellerheads. Wie in einem groß dimensionierten Hardware-Rack können hier mitgelieferte Drum-Computer, Synthesizer, Sampler, Effekte, Mixer – eben alles, was man für die Erstellung von aktueller elektronischer Musik braucht – eingebaut, verkabelt und mit dem internen Sequenzer aufgezeichnet werden. Das Komplettpaket „Fruity Loops Studio“ ist ein Spezialist, wenn es um Beatprogramming geht. Das Tool bietet daneben eine Vielzahl integrierter virtueller Instrumente und Effekte. Mit „Cubase“ von Steinberg bekommt man schon ein ganzes Musikproduktionssystem zum Aufnehmen, Bearbeiten und Mixen der eigenen Songs. Es bringt auch einige interne Instrumente mit. Das Programm tritt als „Host“ auf, das über die VST-Schnittstelle beliebig mit „Plug-ins“, virtuellen Software-Klangerzeugern, erweitert werden kann. An Plug-ins gibt es inzwischen nahezu alles, was man sich vorstellen kann, angefangen von Simulationen älterer Vintage-Instrumente über Pianos, Gitarren und Drums bis hin zu den abgefahrensten Synth-Monstern und großen Sample-Libraries. Auch Effektgeräte werden als Plug-ins realisiert, vom einfachen Delay bis zum kompletten Gitarrenverstärker-Stack ist alles möglich.

Man kann zwar große Summen für Musiksoftware ausgeben, der Einstieg in die virtuelle Musikwelt muss aber nicht teuer sein. Die meisten Hersteller bieten Basis-Versionen ihrer großen professionellen Programme zu einem sehr viel schmaleren Kurs an. Upgraden kann man später immer noch und kompatibel zu den größeren Versionen ist man auch.

Steinberg Sequel

Apple Garage Band

Idealer Einstieg in die Musikproduktion am Rechner: Steinberg Sequel und Apple Garage Band

 

1 Kommentare

    • #1
    • 21.10.2013 19:13
    Ein guter Beitrag, leider nicht mehr ganz aktuell. Garage Band von Apple ist sicher ein guter Einstieg, aber man sollte dann doch zu Logic Pro wechseln, zumal der Preis für Logic Pro stark gesunken ist, bei steigender Leistung. Mit Cubase und PC bin leider nie zufrieden gewesen. Das System ist zu anfällig für "Abstürze".
    Maria
    http://www.musik-fuer-apps.de