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(Gute) Kleinmembran-Kugeln sind sehr viel bessere Kugelmikros als umschaltbare Großmembranmikros. Das liegt einerseits daran, dass KM-Kugeln echte Druckempfänger sind, andererseits daran, dass sie auf diese Richtcharakteristik optimiert sind. Umschaltbare Großmembranmikros sind in erster Linie Nieren; Acht machen sie noch recht gut, aber die Kugel ist meist eher als Zugabe zu sehen. Der Nahbesprechungseffekt verschwindet sowohl bei der KM-Druckempfängerkugel als auch bei der elektrisch summierten Druckgradientenkugel.
KM-Kugeln sind im Heimstudio z.B. für Akustikgitarre eine tolle Option, weil sehr leicht positionierbar.
Kondensatormikros sollten normalerweise nicht hörbar altern. Wenn doch, ist etwas faul. Die heutigen Mylar-Membranen sind sehr langlebig. Ich habe z.B. AKG-Großmembranmikros von Ende der 70er, die noch tadellos klingen. Es gibt Kapseldesigns, die etwas anfälliger sind. Meist äußert sich das aber nicht im Klang, sondern in Knistern oder Ausfall der Kapsel, weil Dreck, Staub und Feuchtigkeit eine schwach leitende Schicht bilden und die Polarisationsspannung einbricht.
Was man immer wieder liest von alternden Membranen, bezieht sich hauptsächlich auf PVC-Membranen; die werden tatsächlich mit der Zeit brüchig. PVC wird nur noch vereinzelt für M7-Kapseln eingesetzt (aus klanglichen Gründen). Ansonsten verwendet man fast ausschließlich Mylar (Polyester).
Alterung habe ich allerdings bei einigen dynamischen Mikros festgestellt. Manche Modelle verlieren in der Basswiedergabe. Das kann aber mit den Einsatzbedingungen zusammenhängen; leider sind mir dazu keine Studien bekannt.
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Zum Thema Doppelmembrankapsel im Kugelmodus gibt es übrigens interessante Messungen von Martin Schneider/Neumann, die belegen, dass auch hier der Nahbesprechungeffekt verschwindet. Ein vernachlässigbarer Rest ergibt sich durch den Abstand der beiden Membranen.
Der Vortrag heißt "Microphone Choice: Large or Small, Single or Double?".
http://www.neumann.com/download....8124_Schneider_Microphone_Choice.pdf
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ok, das hört sich interessant an - dann werde ich nun erstmal meine Hausaufgaben machen...
...die "grundlegenden Grundlagen"
sind ja auch vorhanden - aber bei den Auswirkungen der Technik auf Klangfeinheiten und die verschiedenen Möglichkeiten, die Richtcharakteristik "herzustellen" hakt's dann schon.
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gut, dann muss ich mir um meine Kondensatormikros also keine Sorgen wg. der Alterung machen - leider dann wohl eher um meine Ohren. Die verwendete Technik hat sich in den letzten Jahren kaum geändert (Gesangsmikros, Mischpult, Abhöre) - ich bin lediglich in einen "besseren" Raum umgezogen.
Die Kugelkapseln sind dann tatsächlich eine interessante Option - die Tendenz geht nun in Richtung Rode NT55 MP, weil ich damit zuhause hauptsächlich Akustikgitarre aufnehmen möchte. Im Proberaum würde das Set dann als Overheads eingesetzt.
Dirk
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Zitat von tenderboy:
"
http://www.echochamber.ch/Suter/suter_c2.htm
gute 500.- das stereopaar
relativ dunkel, aber schöner klang!
"dunkel?
einfach nicht so überspitzt wie die km184
mein tipp:
haun 660, erhältlich bei thomann für einen sensationellen preis.
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Hier ist übrigens ein Vergleichstest, den ich gefunden habe. Es lohnt sich, erst mal die Dateien anzuhören, ohne die Auflösung anzuschauen.
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Ich hab mir ein paar Haun 660 gekauft, zusammen mit einem Paar Rode NT5, was ja hier auch öfters angepriesen wurde.
Wir haben einige Testaufnahmen einer Westerngitarre gemacht, weil wir sie hauptsächlich dafür haben wollen. Zum Vergleich haben wir auch noch ein MXL 603 und ein Thomann RB-500 mit aufgenommen.
Das MXL klang am nichtssagendsten. Das RB-500 erzeugte einen Sound, der aus der Gitarre als schöne Hintergrundbegleitung machte, die zwar den Song voller macht, aber nicht heraussticht. Werde es bestimmt demnächst öfter mal nehmen. Das Haun macht einen sehr dicken Klang. Die Bässe und unteren Mitten musste man leicht absenken. Aber 100%ig passte es auch nicht. Das NT5 passte dann wie die Faust aufs Auge. Die Gitarre klang schlank, aber schön präsent und das Perlende der Seiten kam gut zum Vorschein. Selbst mit viel drehen am EQ hab ich das bei den anderen Mikros nicht hin bekommen.
Ich wollte die Haun schon zurückschicken, hab mir aber gesagt, ich probier sie einfach mal mit Gesang, weil der Sound so fett war. Mit einer klaren weiblichen Stimme getestet. Das NT5 klang zwar auch OK, aber nicht so optimal in den Mitten. Das Röhren-Großmembran klang zwar gut, das Haun kitzelte aus der Stimme noch etwas mehr Präsenz raus. Da es nicht solche angehobenen Höhen wie das Großmembran hat, musste ich einen EQ nehmen, bis es passte. Aber dann klang es sehr gut.
Werde jetzt beide behalten. Gut, dass ich nicht noch mehr Mikros zum Vergleichen bestellt hatten.
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Wie gsagt: die NT5 sind Akustik-Gitareros Liebling....
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Hab sie ja behalten.
Bringt es etwas, für Akustikgitarren auch mal die Kugel auf dem NT5 zu probieren? Einen gut klingenden Raum hab ich aber nicht, bei mir ist es gedämpft.
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muss hier mal eine lanze für die km184 brechen...
die werden immer so viel gescholten (gerade in den ami-foren...), aber ich bin mit meinen sehr zufrieden. sicherlich gibts mikros, die im einzelfall besser passen können.
aber ich habe noch immer ein gutes und mindestens "brauchbares" signal mit den dingern bekommen, unabhängig von den eingesetzten preamps. diese verlässlichkeit (stichwort: allroundmikros) ist mir sehr wichtig.
ich benutze die oft für aufnahmen außerhalb des studios (z.b. flügel in einer privatwohnung oder so was), also in situationen, wo man eh zehn millionen dinge bedenken und beachten muss. und da finde ich es sehr bequem, mikros zu haben, die praktisch immer gut passen und wo man sich keinen großen kopp machen muss.
trotzdem beiße ich mir in den hintern. ich hätte vor paar jahren zwei km84 für knapp 1000 euro bekommen können. habe dann mangels mehr geld aber "nur" den blackface-1176 für die gleiche summe von dem typen kaufen können. naja, auch gut...
ganz gute erfahrungen habe ich übrigens auch mit kleinmembrankondensern von oktava gemacht. kann mich aber nicht mehr an die typenbezeichnung erinnern. die klangen zwar schon fast zu warm bzw. zu dezent in den höhen (musste viel anheben), aber fürs geld kann man die glaube ich trotzdem empfehlen.
