• FL Studio (Fruity Loops) als geeigneter Software-Sequenzer für den Einstieg???

    Moin,ich habe mich letztens dazu entschlossen, nun endlich mal den Schritt in Richtung aktiv-Musik-am-Rechner-machen zu gehen!!!Die essentiellste Frage ist dabei natürlich erstmal die der Software:ich will- eher elektronische Musik machen (Ambient, Minimal, ...), ggf. ein paar HipHop-Beats- mein bestehendes Equipment, wenn möglich, weitestgehend einbindenzum Equipment:- Korg Kaossilator (Effekte, die dort generiert wurden, würde ich gern in die Software/Tracks einbinden)- Mixer mit 2 Turntables (hier würde ich auch gern Vocals / Scratchings in die Software/Tracks einbinden)- bald kommt wohl noch ein KP3 (Kaoss Pad) dazumein Rechner: - P4 single-core mit 1,73Ghz- 1GB Speicher (werde den aber sicher bald auf 2GB aufrüsten)- Soundblaster connect --> Wiedergabe: 16-Bit-Digital/Analog-Wandlung (bis 48 kHz)Aufnahme: 16-Bit Digital/Analog-Wandlung (bis 48 kHz)Eingänge: Optischer Eingang, Line- und Mikrofon-EingangAnalogausgänge: Ausgang (Cinch) Front L/RDigitalausgang: Optischer Ausgang (SPDIF)... ich habe nun von einem Kumpel erklärt bekommen, dass für meine Ansprüche bzw. meinen geringen Kenntnisstand Fruity Loops am besten wäre... (man muss dazu sagen, dass er damals selbst viel Musik gemacht hat, jetzt aber seit 4 Jahren raus ist!)  Was meint ihr!?!?!?Vielen Dank im Voraus!der Tim

    • #1
    • 26.05.2009 08:17

    Hallo, scheint hier irgendwie niemand interessiert an Deiner Nachricht.
    Das ist nicht gut, da hier sicher viele mit FL arbeiten.
    Ich selber nutze es zur Zeit nicht mehr, da ich lieber im Moment nur mit Hardware Musik mache.
    Aber ein bisschen habe ich mich schon mit FL beschäftigt.
    Es müsste auf dem beschriebenen PC laufen, wenn ich auch nicht die aktuellen Versionen kenne.
    Ansonsten mal die Hardwareanforderungen auf der Herstellerseite genau lesen.
    FL ist praktisch zum Einspielen von Musik, auch wenn kein Keyboard vorhanden ist, so kannst Du über die PC-Tastatur mit einem Schalter die Noten einspielen. Das reicht für Drums und einfache Basslinien, wenn es aber an Klavier und andere Instrumente geht, wird wohl ein Keyboard nötig, ansonsten klingt dass über eine PC-Tastatur nicht. Über die PC-Tastatur kannst Du keine Dynamik beim Einspielen reinbringen (laute/leise Töne ganz vereinfacht gesagt ).

    Beim Kauf von FL gibt es ein paar Fallstricke:
    - Es lässt sich nicht gebraucht kaufen oder verkaufen, sobald es registriert wurde, die Lizenz gilt nur für den Käufer, so war das jedenfalls noch vor 2 Jahren.
    - Es gibt zig verschiedene Versionen von FL. In der einfachsten Version fehlen so gut wie alle Synths, die richtig Spass machen - die kann man in der Grundversion nur als Demo nutzen und nicht zum aufnehmen.
    Also mein Tipp - nicht die billigste Version kaufen, aber es muss auch nicht die teuerste sein.

    Also am besten erst mal die Gratis-Testversion vom Hersteller runterladen, damit kann man schon sehr viel ausprobieren, nur nix speichern.
    Ohne eine kleine Anleitung ist FL mittlerweile recht komplex zu bedienen, auch wenn es nach meiner Meinung eines der übersichtlichtsten  und intuitiv zu bedienensten Werkzeuge ist. Das liegt an den ganzen Zusätzen und Extras, die alle dazu gekommen sind. Am besten mal alle Demo-Songs abspielen, sich da die einzelnen Spuren anschauen, gucken welche Instrumente da verwendet werden, da bekommt man schon massenhaft Ideen für eigene Songs.

    Hoffe das mein unverbindlicher Senf hierzu Dir was bringt, Volker

    • #2 Antwort auf #1
    • 26.05.2009 12:01

    "Hallo, scheint hier irgendwie niemand interessiert an Deiner Nachricht."

    Das nicht. Aber es ist halt unmöglich eine pauschale Empfehlung abzugeben. Für den geschilderten Zweck fällt mir spontan ein:

    Fruity Loops
    Ableton Live Lite
    Sonar
    Cubasis
    Samplitude SE
    Tracktion
    Reaper

    ... und ich haber sicher noch das ein oder andere vergessen.

    Und jedes einzelne Programm hat seine ganz spezifischen Vor- und Nachteile. Da ist es m.E. unmöglich zu sagen, das FL nun am besten geeignet ist oder auch eben nicht. Und am Ende hat man 10 Leute mit 15 Meinungen, die am Ende darüber diskutieren, warum ihre Empfehlung nun am besten ist.

    Wer einsteigen will und nicht "vorbelastet" ist, dem würde ich uneingeschränkt Ableton Live (Lite) empfehlen. Wobei man den gigantischen Spaßfaktor eigentlich erst zu schätzen weiss, wenn man vorher mal linear gearbeitet hat. Man kann aber auch FL nehmen. Keine Frage.

    • #3 Antwort auf #1
    • 27.05.2009 11:30

    ... erstmal vielen Dank Volker!!! Waren auf jeden Fall schon Mal ein paar nützliche Tipps dabei...

    Und ja, habe jetzt mittlerweile auch mitbekommen, dass man ja quasi auf (fast?) jeder Herstellersite die aktuellen Demos laden kann! Werde das einfach mal mit FL testen und schauen, wie ich klarkomme...

    Aber generell nochmal: stößt man mit FL "schnell" an seine Möglichkeiten??? Oder kann man schon sagen, dass das Programm genügend Features bietet, um auch längerfristig (also mit zunehmenden eigenen Fähigkeiten) Spaß zu haben und aufwendigere Sachen zu machen???

    Beste Grüße,
    Tim

    • #4 Antwort auf #2
    • 27.05.2009 12:02

    @purple1:

    dass hier eine hitzige Diskussion entstehen könnte, die zu keinem "finalen" Ergebnis kommt, wäre wohl tatsächlich vorhersehbar - wenigstens könnte ich dabei jedoch die essentiellen Infos für mich aus genau dieser Diskussion rausziehen!!! Whatever...

    Ich habe mir jetzt auch mal Ableton Live auf der ableton-site angeschaut - sieht auch echt verdammt gut aus!!!!   aaaaber: was meinst du mit "Wobei man den gigantischen Spaßfaktor eigentlich erst zu schätzen weiss, wenn man vorher mal linear gearbeitet hat"??? (als totaler Anfänger kann ich auch schon das Wort "linear" nicht einordnen!)

    Besten Dank,
    Tim

    • #5 Antwort auf #4
    • 27.05.2009 15:15

    Moin,

    Es gibt zwei Möglichkeiten Musik am Rechner zu machen:

    Bei Live läuft das hauptsächlich nach dem sog. Pattern-Prinzip. Bei dem erstellst Du "Blöcke". Meinetwegen mit nem Beat oder einem Synthie-Sound. Diese Blöcke sitzen nicht fest an fest vorgegebenen Stellen eines Songs, sondern lassen sich (auch live) immer neu zusammenfügen.

    Oder man arbeitet linear. Das kannst Du Dir vortellen wie eine Bandmaschine (heisst deswegen auch oft "Bandmaschinenprinzip". Da muss alles an seinem festen Platz sitzen und wird am Stück abgespielt. Die meisten Programme arbeiten linear.

    Beides hat seine Vor- und Nachteile.

    Du kannst Dir aber leicht vorstellen, dass das lineare arbeiten nicht so intuitiv und spontan vonstatten geht, wie das pattern-basierte. Bei Live lässt Du bspw. einen Beat laufen und kannst direkt (ohne Unterbrechung) andere Pattern dazupacken oder Effekte reinbauen, wie Du lustig bist. Du legst neue Abspielreihenfolgen fest (für Live Auftritte eh unentbehrlich) und kannst immer neue Pattern kreieren und in den Song einbauen. Natürlich lässt sich das alles auch aufnehmen und in eine lineare Sicht übertragen.
    Um das bspw. mit Cubase quasi in Echtzeit hinzubekommen muss man schon richtig flott unterwegs sein. Und wenn man sich in Cubase mal so richtig in Details verzettelt hat das man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen hat, ist es eine tolle Sache, mal ganz aufgeräumt in Live jammen zu können.

    FL arbeitet glaub ich (wie Live) mit beidem. Patterns und Linear.

    Du merkst sicher schon, dass das echt ein weites Feld ist und somit absolut unmöglich pauschale Empfehlungen abzugeben.

    Mein wohlgemeinter Rat: Benutz die Demoversionen und frickel Dich ein. Programme, die sich sofort auf den ersten Blick erschließen sind meist auch schnell erschöpft. Um eine gewisse Test- und Orientierungsphase wirst Du nicht herumkommen.

    Gruß

    Ulli

    • #6 Antwort auf #3
    • 27.05.2009 15:37

    Hallo Tim !

    - FL ist ein Programm, mit dem man sicher absolut professionell arbeiten kann und auch Musik produzieren kann, die zum Veröffentlichen taugt.
    Selbst  komplizierteste Aufnahmen sind drin.

    Ein paar Mankos sehe ich beim Echtzeit-Aufnehmen von extern eingespielten Solo-Spuren, wie z.B. Gitarre oder auch Gesang.
    Für solche Aufgaben nimmt man besser einen anderen Sequenzer, aber da braucht man auch noch andere externe Geräte, um da halbwegs professionell zu arbeiten.

    Generell gibt es hier noch ein paar Dinge zu beachten:

    FL arbeitet Taktorientiert oder auf Englisch "Pattern" orientiert.
    Das heisst, die Musik wird normalerweise Taktgenau eingespielt, und aus den besten Takten komponiert  man dann seinen Song. Damit muss man sich mal 2-3 Stunden auseinandersetzen, zum Kapieren reichen evtl.
    auch schon 30 Minuten. Das klappt aber am besten, wenn Du es Dir mal von jemanden zeigen lässt, der schon Jahre damit arbeitet und auch vorzeigefähige Songs selbst schon eingespielt hat. Derjenige sollte aber nicht nur vorführen, sondern Dich auch probieren lassen, sonst ist man am Ende wieder nur gefrustet, weil man zwar alles gesehen hat, aber selber später nichts nachvollziehen kann.

    Bei mir klappt das Einspielen am einfachsten mit einer Schlagzeugspur als erster Grundlage, zu der dann ein Bass eingespielt wird, und dann nach Belieben die anderen Spuren dazu kommen. Wenn dann ein Grundgerüst steht, mal versuchen etwas Variation hereinzubringen,
    Songstrukturen aufzubauen wie als unvoillständiges Beispiel Intro-Refrain-Bridge und so weiter.
    Aber hier weiss jeder selbst am besten, wie er zu den schönsten Ergebnissen kommt. Manche fangen auch mit der Basslinie oder mit einer Melodie an, hier geht alles.

    Es gibt jede Menge andere Software wie z.B. Ableton, die Track- oder Spurorientiert arbeiten - Das heisst man nimmt auf einer Spur sekunden- oder sogar minutenlang das eigene Spielen auf, und kann dann nachher daran rumschnipseln.
    Das Spurorientierte Arbeiten ist für einen Einsteiger nach meiner Meinung übersichtlicher, weil man direkt sieht, was man aufgenommen hat, jederzeit an allen Stellen sofort nachschneiden kann, ohne lange zu suchen.
    Man hat da einfach auf den ersten Blick direkt im Blick, wo noch dran gearbeitet werden kann.
    Umgekehrt kann es aber auch frustriender für Anfänger sein, weil man am Anfang eben nicht genau immer im Takt bleibt, das Tempi sprich die Geschwindigkeit nicht sauber hält usw.  - Und dann klingen die Ergebnisse beim Spur-orientierten Einspielen erstmal sehr sehr bescheiden. Das ist bei mir auch nicht besser gewesen. Davon darf man sich nur nicht abschrecken lassen.

    Beim Pattern-orientierten Einspielen hat man schnell / evtl. in ein paar Minuten ein gut klingendes
    Ergebnis zusammengebastelt, da man grundsätzlich in einem fertigen Raster mit in der Regel festen Notenlängen arbeitet. Dafür klingt es aber hier meist sehr monoton und langweilig, es ist rel. schwierig, hier gute Variationen einzubauen.

    Bei FL kann man natürlich auch Solo-Spuren aufnehmen, das will ich nicht leugnen, aber der Schwerpunkt liegt und lag hier immer auf den einzelnen Pattern.

    Wie Du siehst, hat alles seine Vor- und Nachteile, DEN idealen Sequencer für den Einsteiger gibt es nach meiner Meinung noch nicht.

    Das Programm mit dem Du arbeiten willst, sollte Dir logisch zu bedienen sein, und einfach auch Spass machen.
    Wenn Dir ein Programm schon vom Anfang an viel zu kompliziert erscheint, und selbst nach 5 Tagen Handbuch-Lektüre noch immer nicht einfachste Dinge wie Aufnahme, Tempo ändern usw. auf Anhieb klar sind, und auch nicht fehlerfrei ablaufen, dann lass die Finger davon.

    Nur meine Meinung, Volker

    • #7 Antwort auf #3
    • 31.05.2009 00:48

    Ich bin ein absoluter FL Freak und kann Dir nur sagen, dass Du so schnell nicht an die Grenzen des Programms stoßen wirst

    Wenn dann eher nur an Deine eigenen Grenzen

    Aber wie schon erwähnt: Es wäre von Vorteil wenn Dir jemand das Teil mal 1 Stunde lang erklärt.

    • #8
    • 31.05.2009 11:43

    Hallo.
    Ich kann dir bestimmt keine Wohlfühlempfehlung geben, hätte aber einen Tipp bezüglich Ableton Live:
    Bei vielen Audiokarten ist immer als Appetizer eine CD mit Musiksoftware enthalten. Meines Wissens auch eine abgespeckte Version von Ableton Live.

    A) eine wahrscheinlich "bessere" Audiokarte mit geringen Latenzen.
    B) eine Software, die zum Testen einiges mitbringt, aber erstmal nichts kostet.

    Grüße
    Thorsten

    (An die anderen, kann mir jemand erklären, warum die "Abletons" in ihrer Lite-Version Rewire zulassen und in ihrer LE-Version nicht? Das finde ich so dermaßen bescheuert!)