• Der am meisten unterschätzte Synthesizer aller Zeiten....

    ...heißt (hier Namen einfügen) und zwar weil (hier Grund einfügen).

    • #1
    • 04.09.2009 08:29

    <Subjektivitätsmodus an>
    Kawai K1-II.

    Nachdem ich das Gerät (Entry-Level Synthi) 1988 gekauft habe, ist es immer noch mein Haupt-Instrument.

    Die Tastatur hat für mich nach wie vor den optimalen Kompromiss zwischen Orgelmäßig leicht und Dynamik-Kontroll schwer. Ich habe nachgsehen, sie ist gewichtet (Metallstreifen unter die Tasten geklebt). Damit kann ich die orgeltypischen Rutsch-Schweinereinen machen und die Dynamik kontrollieren - nicht unbedingt gleichzeitig.

    Alle notwendigen Soundrichtungen sind in für das Alter und die damalige Preisklasse erstaunlicher Qualität vertreten. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich neuerdings einen anderen Akustik-Piano Sound, aber das "Retro EP" ist einer meiner absoluten Favoriten. Die Pad- und Britzel-Sounds kann ich mir nicht besser wünschen, und die von mir am meisten benötigten Orgelsounds habe ich sehr gut hineinprogrammieren können. Ich gehe in dem Fall noch über einen externen elektronischen Leslie-Effekt - mit dem Ergebnis, das ein Zuhörer vor kurzem meinte, es klinge "originaler als eine Hammond". Das ist objektiv natürlich nicht so (daher Subjektivitätsmodus  Aber im Ernst: ich lasse meine Korg BX3 normalerweise zu Hause!

    Einziger dicker Minuspunkt: kein Tiefpassfilter, daher keine Sweep-Sounds.

    Die Schwächen einiger Werkssounds habe ich mittlerweile teilweise in interessante Synth-Effekte ummünzen können. Beispiel: die schnellen Strings klingen in tiefen Lagen schön(!) nach Synth-Pad, auch wenn das bestimmt nicht so gemeint war.

    <Subjektivitätsmodus aus>

    Objektiv: meine Begeisterung hat natürlich schon etwas damit zu tun, dass ich das Instrument in- und auswendig kenne und daher sehr gezielt einsetzen kann. Aber das sollte man ja mit all seinen Instrumenten tun!

    Bei spontanen kleinen Auftritten verlasse ich mich schon mal alleine auf das Teil.

    • #2
    • 04.09.2009 09:00

    Früher hätte ich den JP-8080 (bzw. JP-8000) genannt, aber heute.... (?) Naja, zumindest habe ich mich inzwischen schon an seinem "Plastiksound" satt gehört...

    • #3
    • 04.09.2009 09:49

    ob’s für alle Zeiten gilt, kann man nicht sagen, aber derzeit sehr unterschätzt ist wohl der Nord Wave. Auch wenn man sich bei dem Namen "Wave" mehr in puncto Sample-Mangling (Wave-Scanning, Formant-, Pitch-Shift, Timestretching...) wünschen könnte - alles in allem ein großartig klingender und flexibler Synthesizer.
    Schätze, die Konkurrenz des Blofeld (inkl. License SL) kann dagegenhalten, auch wenn hier mit den Samples im Prinzip nicht viel mehr geht als beim Wave und er in Klangqualität und Handling nicht mit dem Nord-Synth mithalten kann - mit seinen Wavetables hat er für mich einen großen Pluspunkt. Nicht zuletzt natürlich der Preis: unschlagbar!

    ---joerg

    • #4 Antwort auf #2
    • 04.09.2009 10:00

    Aloha .-)

    Ganz klar Korg DW-8000... extrem vielseitig sowohl für Flächen als auch metallisches... und macht die wichtigsten FM-Sounds a la DX-7 auch für den ’herkömmlichen Analog-Spieler’ beherrschbar...
    und hatte schon Aftertouch, hatte ja später nicht mal der NordLead 2 .-)

    Jenzz

    • #5 Antwort auf #4
    • 04.09.2009 10:14

    Oh ja, der ist gut! Habe selbst einen DW- und einen EX-8000 im Studio. Gebe ich auch niemals her!

    • #6 Antwort auf #4
    • 04.09.2009 17:15

    Stimmt, mein DW8000 begleitet mich schon seit vielen Jahren im Studio als auch Live. Gerade Live kann er sich sehr gut in einem dichten Arrangement sehr gut durchsetzen. Daher mein Tipp: sehr empfehlenswert.

    • #7 Antwort auf #4
    • 04.09.2009 17:22

    Wenn wir schon bei Korg sind:

    05/RW und andere Kisten der selben Generation. Gerade live, gerade im Mix.

    • #8 Antwort auf #3
    • 04.09.2009 21:12

    Der Blofeld kann FM mit Samples und 2 davon abspielen, ausserdem ist der Rest der Engine leistungsfähiger

    • #9
    • 04.09.2009 22:41

    Jeder Synthesizer, mit dem man sich nicht wirklich intensiv auseinandersetzt, ist unterschätzt. Oberflächlichkeit rächt sich also vor allem bei einem selber.

    Allerdings, es gibt sowohl Feature-Monster als auch Synths mit, na ja, schwierigen Bediensystemen. Beim Feature-Monster muss man sich durch die Funktionen wühlen, das kostet Zeit, die nicht jeder unbedingt hat. Und bei blödem Bediensystem muss man den Ärger darüber überwinden. Beides also Hürden.

    Das Schöne daran ist: Wenn man diese Hürden nimmt, dann belohnt einen das Instrument mit der Preisgabe seiner verborgenen Schätze. Also immerhin!

    Auf meiner evergrowing Liste der Instrumente, deren Potential noch teilweise unerschlossen ist:

    - NI Absynth: Der macht irre gute "echt" klingende Instrumente, nicht nur Waberwaber-Tackelitack.

    - Waldorf Blofeld: Die Sample-Option ist seine Trumpfkarte, da lauern mehrere Klanguniversen. Und Lichtjahre, um die zu erforschen.

    - Alesis Fusion: Die äußerst flexible FM-Abteilung, der ausgefuchste Arpeggiator, Modulationstricks ohne Ende.

    - Software-Clones von Legenden: Was machen die, wenn man sie nicht in den Schraubstock des "Mach’s wie das Original"-Zwanges steckt? Eine Menge!

    Könnte noch weitermachen, hab aber nicht so viel Zeit: Muss noch verschiedene hidden features und was man damit alles machen kann ausloten

    • #10
    • 05.09.2009 00:50

    Yamaha DB50XG weil F0 F7 43 00 AF 64 42 33 00 07. Der kleine Wavetable kann soviel, wenn man nur weiß wie

    Spaß beiseite. Alle kleinen alten digitalen Sample Player haben für mich potential. Dünne Klänge die sich in den Mix einfügen und zu gefallen Wissen. Kreatives stacken kleiner Samples macht auch Spaß, was will man mehr.

    Gruß
    CosmoK