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Doepfer DIY Synth Projekt
Nachdem die Keyboards-Redaktion den Thread zum Doepfer DIY Synth (http://www.doepfer.de/DIY_Synth_d.htm) nicht sebst aufmacht (siehe Keyboards 3/2010), will ich dies hiermit nachholen.
Zur Vorbereitung habe ich erst einmal ein paar Informationen gesammelt:
Einen ansehnlichen Knopf für wenig Geld habe ich bei "Das Musikding" gefunden (http://tinyurl.com/382kwqf).
EIne proffesionelle Frontplatte (leider teuer) kann man sich bei Schaeffer Apparatebau anfertigen lassen. Die haben dafür eine kostenlose Software für Mac/PC/Linux (http://www.schaeffer-ag.de/de/).
Die Potis und Widerstände bekommt man bei einem der bekannten Elektronik-Versender (Conrad, Bürklin, Völkner), wobei mir noch nicht klar ist, wieviel Watt die Widerstände haben müssen, weil dies aus der Erläuterung bei Doepfer nicht hervorgeht. Vielleicht kann mir in diesem Punkt jemand helfen?
Zur Stromversorgung kann man neben der von Doepfer angebotenen wohl auch auf die von MFB Fricke zurückgreifen, die für ca. 80 EUR auch gleich die MIDI-Anbindung mitliefert. Wer sich auf ein 19-Zoll-Gehäuse einlassen will, bekommt für nochmals 80 EUR bei MFB Fricke ein Gehäuse mit 3HE, zu dem Netzteil und MIDI-Schnitstelle optimal passen. Ehältlich ist beides z.B. bei Thomann (www.thoman.de) oder Schneiders Büro (http://schneidersladen.de), bei Letzterem sogar als Set für 149 EUR.
Ich hoffe, damit einen vernünftigen Einstieg in das interessante Projekt gefunden zu haben und freue mich auf Eure Resonanz.
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super !
vielen Dank !!!
ich warte noch genau auf solche Tipps, bis ich selber mit dem DIY Teil loslege. Die Keyboards lässt ja lange auf sich warten. Hoffe der Workshop ist absolut idiotensicher gemacht...... Bin mit E-Technik nicht so vertraut.
Löten kann ich gut, aber ich brauch eine genau Anweisung welches Kabel wohin, wie macht man das wenn man mögl. viele Buchsen nach aussen legen will, aber trotzdem die wichtigsten Sachen schon hard gepatched sind etc.
Bin gespannt
Gruß
tiefenrausch
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gut Ding will Weile haben
Besten Dank für eure Initiative in der Angelegenheit. Fürs erste ging es bei dem in KEYBOARDS 03/2010 gestarteten Projekt noch gar nicht um so konkrete Details wie Bauteile und Lötanleitung etc. Zunächst wollen wir Ideen sammeln. Also: Was soll euer Wunsch-Synthesizer können? Soll's ein klassischer Solo-Synth werden oder ein möglichst offener Aufbau für Klangexperimente. Soll er einen oder zwei Oszillatoren haben, sollen Modulationsmöglichkeiten (Osc-FM, Filter-FM usw.) vordefiniert sein? Sind weitere Modulationsmöglichkeiten gefragt? Und vor allem wie soll mit dem Synth performt werden: klassisch mit Tastatur oder eher einer Ausstattung mit z.B. Step-Sequenzern, Gesture-Controllern...? Dabei dürfen die Möglichkeiten einer einzigen DIY-Synth-Platine durchaus überschritten werden (man kann ja zwei kombinieren... und auch andere Doepfer-Einzelmodule vom A-100 hinzunehmen).
Später werden wir selbstverständlich den Selbstbau des finalen Synthesizers detailliert dokumentieren. Und wie gesagt wird das vom Autor Joker Nies gefertigte Gerät unter allen verlost, die bei der Aktion aktiv mitmachen.
Wäre ja schön, wenn wir die Ideen hier schon mal sammeln. Mein Wunschsynth würde ungefähr so aussehen:
- modulares System auf Basis von 1 DIY-Synth-Platine
- alle Sockets unterhalb der Synth-Einheit zugänglich machen
- zusätzliche A-100-Module: auf jeden Fall Oszillator, S&H, LFO & Stepsequenzer, evtl. Ringmodulator, Freq.Shifter und Analog Delay sowie MIDI-to-CV.
- als Modulations-/Steuerquellen: Joystick, Licht-Sensor -
Nachdem ich in der letzten Keyboards ziemlich enttäuscht keine wirkliche Fortsetzung zum Projekt "Döpfer-DIY-Synth" gefunden habe, möchte ich mich nun aktiv an der Diskussion beteiligen. Vielleicht warten ja viele nur ab, so wie ich bisher, aber zu wenige werden selbst aktiv...
Warum ein DIY-Synth?
Es ist bei mir nicht in erster Linie die Freude am Eigenbau, die mich zum Lötkolben greifen lässt, sondern der Mangel an einem Gerät, das genau meine Vorstellungen erfüllt.
Ich wünsche mir einen möglichst flexiblen Synthesizer als Desktop-Gerät für Klangexperimente, welcher dennoch vorverdrahtet sein soll und zur Klanggestaltung ohne externe Buchsen und Kabel auskommt:
- mehrere VCOs, zum Beispiel für Schwebungen, Sync-Sounds, FM oder typische Klänge mit zwei Sägezahnwellen
- möglichst alle Möglichkeiten der analogen Synthese, einschließlich VCO-Synchronisation, FM, Ringmodulation usw., um viel ausprobieren zu können
- mindestens zwei Filter, um beispielsweise vokalähnliche Sounds mit zwei Formanten zu erzeugen oder VCOs und Noise separat zu bearbeiten
- verschiedene Noise-Quellen, wie Analog-Noise, Digital-Noise und zufällige Impulse, um damit geräuschhafte Klänge erzeugen zu können; hier sind die Möglichkeiten der meisten kommerziellen Fertiggeräte stark beschränkt
- Potentiometer und Schalter für den Direktzugriff auf alle Parameter
- kein vollmodulares Konzept, aber trotzdem relativ flexibel
Mir ist bewusst, dass jeder Synthesizer einen Kompromiss aus Aufwand und Flexibilität darstellt und sich die obigen Wünsche vielleicht nur schwer vereinen lassen. Aber ich bin optimistisch, dass ein guter Kompromiss möglich ist. Im Folgenden meine ersten Ideen dazu.
Zwingend notwendige Module
Klangerzeugung bzw. Audiosignale:
- 2 x VCO (je Kurvenformen SAW und PW)
- Ringmodulator
- Analog-Noise
- Digital-Noise (eventuell Ausgänge für verschiedene Impulsformen)
- externer Audioeingang
Klangbearbeitung:
- 2 x VCF
- 1 x VCA
Modulationsquellen:
- 2 x LFO, einer davon mit asymmetrisch einstellbarer Wellenform und zusätzlichem invertierten Ausgang
- 2 x ADSR, mindestens einer mit zusätzlichem invertierten Ausgang
- Noise (abgeleitet aus den Noise-Quellen, siehe oben)
- MIDI: Verarbeitung von Keytrack mit Glide/Portamento, Mod-Wheel
Optionale Module
- Frequenzteiler für Sub-Frequenzen
- Waveshaper
- Dioden-Verzerrer
- Voltage Controlled Phaser
- Sample & Hold
- Envelope Follower (Erfahrungen?)
- Pitch-To-Voltage-Converter (Erfahrungen?)
Audiowege
Hier denke ich, dass die oben genannten Audiosignale in einem Mixer jeweils mit einem Level-Poti und einem Pan-Poti ausgestattet werden, wobei Pan das Signal an die beiden VCFs verteilt.
Ich kann mir vorstellen, die VCFs auf diese Weise nur parallel zu betreiben und auf eine Reihenschaltung zu verzichten, da die VCFs im Döpfer-Bausatz ja bereits relativ flexible Möglichkeiten, wie einen Bandpass bieten.
Die Ausgänge der VCFs können in einem zweiten, kleineren Mixer zu einem Mono-Signal gemischt werden, das dann zum VCA geleitet wird. Auf Stereo würde ich aus Aufwandsgründen wohl grundsätzlich verzichten.
Je VCF gibt es in diesem zweiten Mixer entsprechend dem Döpfer-Vorschlag ein Poti zur Wahl "Lowpass-Notch-Highpass" mit einem zugehörigen Level-Poti und ein Level-Poti für den Bandpass.
Modulationswege
Die größte Herausforderung stellen die Modulationswege dar, die einerseits recht flexibel, andereseits aber weitgehend vorverdrahtet sein sollen.
Welche Grundkonzepte sind überhaupt für die Modulationsverdrahtung und Anordnung der passenden Bedienelemente denkbar?
- Vollmodular mit Buchsen und Kabeln: bereits abgewählt, da zu unübersichtlich, wenn auch am flexibelsten
- Matrix-Steckfeld: Dabei werden typischer Weise die Modulationsquellen in die Zeilen der Matrix eingespeist, die Modulationsziele an den Spalten angeschlossen und die Verbindungen über spezielle Stecker an den Kreuzungspunkten hergestellt. Das wäre eine Überlegung wert, aber man müsste einigen Aufwand treiben, um bei unglücklich kombinierten Steckern Seiteneffekte zu vermeiden. Wenn mehrere Quellen das gleiche Ziel modulieren sollen, benötigt man außerdem separate Schaltwege, um die Modulationsstärke jeder Quelle separat regeln zu können. Außerdem ist die aktuell gewählte Verschaltung nicht gleich ersichtlich. Eine Matrix wirkt zwar optisch aufgeräumt, man muss aber sehr genau hinschauen, um die geschalteten Wege zu erkennen.
- Eine Anzahl flexibler Modulationswege mit wählbaren Quellen und Zielen: Die Idee ist hierbei, eine Anzahl von flexiblen Modulationswegen vorzusehen, z.B. vier Stück, bei denen jeweils die Modulationsquelle und das Modulationsziel mit Stufenschaltern umgeschaltet werden können. Ein Poti je Modulationsweg regelt dann die Modulationsstärke.
- An der Modulationsquelle umschaltbare Ziele: Ein Beispiel wäre ein LFO, bei dem zwischen PWM und Filtermodulation umgeschaltet und die Stärke eingestellt werden kann. Das ist meiner Meinung nach oft zu unflexibel, da eine Quelle dann meist nur eine begrenzte Anzahl von Zielen modulieren kann. Außerdem bevorzuge ich es der Übersicht wegen, die Bedienelemente nahe am Modulationsziel angeordnet zu sehen, siehe nächsten Punkt.
- Am Modulationsziel umschaltbare Quellen: Ein Beispiel hierfür ist ein VCF, an dem man zwischen der Modulation der Cutoff-Frequenz durch LFO1, invertiertem LFO1 oder LFO2 umschalten kann. Neben dem Umschalter befindet sich dann das Poti für die Modulationsstärke.
Bei allen diesen Varianten ist sicher eine festverdrahtete Grundverschaltung oft genutzter Modulationswege sinnvoll, z.B. ADSR1 => VCF1 und 2, ADSR2 => VCA, wobei kleine Modifikationen durch einfache Kippschalter schaltbar sein können, z.B., ob ADSR 1 => VCF2 invertiert wird. So sind auch für die Synchronisation VCO1 => VCO2 (und eventuell umgekehrt) Kippschalter sinnvoll.
Daher wird es für mich sicher in Richtung festverdrahtete Grundverschaltung einiger Modulationswege plus "Am Modulationsziel umschaltbare Quellen" hinauslaufen. So könnte jedes Modulationsziel neben den festen Wegen, die durch je ein Poti für die Modulationsstärke repräsentiert werden, einen Modulationsweg mit umschaltbarer Quelle besitzen. Dieser benötigt dann einen Umschalter (mit üblichen Drehschaltern für bis zu 12 Quellen) und das Poti für die Modulationsstärke.
Fazit
Auch wenn das Konzept vielleicht relativ groß aussieht, denke ich, dass es gut machbar ist.
Zur Grundvariante gehören dann zwei Döpfer-DIY-Synth-Platinen mit Tempco, das analoge und digitale Noise-Modul und der Ringmodulator von "Curetronic", wo es günstig gebohrte Leiterplatten zur eigenen Bestückung gibt sowie Schalter, Drehknöpfe und gute, preiswerte Potis von "Musikding", z.B. die 16mm-Alpha-Potis.Bei Musikding gibt es übrigens auch einen seltenen Kippschalter mit drei Stellungen, der in Mittelstellung "Z-förmig" schaltet, das heißt, ein Umschalter steht noch auf Stellung 1, der andere bereits auf Stellung 2. Dieser lässt sich sicher an irgend einer Stelle gut gebrauchen.
Bei Verwendung von zwei Döpfer-DIY-Santh-Platinen wäre noch ein zweiter VCA vorhanden, vielleicht findet sich ja eine gute Idee für dessen Verwendung. Im einfachsten Fall würde hinter jedes VCF (über einen kleinen Mixer) ein VCA geschaltet, so dass man Einzelausgänge oder doch einen einfachen Stereo-Ausgang bekommen würde.
Das sind alles nur erste Ideen und Anregungen. Ich hoffe, demnächst einen groben Frontplattenentwurf bereitstellen zu können, aus dem dann eine erste konkrete Ausgestaltung erkennbar ist.
Ron