• #31 Antwort auf #30
    • 19.10.2011 15:04

    Moin,

    in z. B. Zeitungen oder Zeitschriften geschalteten Anzeigen sind für Gewerbetreibende eben WEGEN der Gleichbehandlung teurer!

    Der Privatmann kann nämlich seine Anzeige, in der er eine Gitarre zum Kauf anbietet, nicht steuerlich geltend machen - ganz im Gegensatz zum Gewerbetreibenden.

    Und die Vorsteuer kann er auch nicht geltend machen

    Da wirst Du gerichtlich nix erreichen können.

    Generell sehe ich aber auch, dass in GER gerade die Kleinunternehmer wirklich vorgeführt werden.

    Da sitzen irgendwelche Polithansels in Fernseh-Talkshows und labern wie Brüderle von "die Wirtschaft brummt" (in Wahrheit brummt nur Brüderles Schädel, weil er gestern im Bordell wieder 3 Flaschen Wein gesoffen hat), und schützen vor, den ominösen "Mittelstand" fördern zu wollen.

    Damit suggerieren sie dem unkundigen Zuschauer, mit Mittelstand wäre der Bäcker, Schuster etc. um die Ecke gemeint - mitnichten! In so mancher Stadt gelten die größten Arbeitgeber noch als Mittelstand, selbst mit mehreren hundert Angestellten!

    Was meinst Du, was mir blüht, wenn die rotgrüne Regierung kommt - wonach es ja aussieht:

    dann kommt die Gewerbesteuer für Freiberufler!

    Dann werde ich als Einzelunternehmer/Freiberufler, der nix herstellt und nix verkauft, monatlich Gewerbesteuer, geschätzt vom FA, löhnen - womöglich im Voraus!

    Bei dem, was die Idioten dann schätzen werden, kann ich mich jetzt schon auf die Insolvenz freuen...

    Gleichzeitig wird den Banken bei jeder Gelegenheit geradezu reflexartig eine Milliarde nach der anderen in den Betrügerarsch geschoben - aber versuche mal, als Kleinunternehmer bei ner Bank nen Kredit für ein größeres Vorhaben zu bekommen: "Basel 2, Basel 3, Wuppertal 18, Anal 2012". Nix is.

    Also da gebe ich Dir absolut Recht: Kleinunternehmer in GER, die Triebfder der neuen Ideen, werden von der Politk ins Knie geschossen, wo es nur geht.

    Ist aber auch klar: als Kleinunternehmer kann man Polithansels ja keinen Vorstands- oder Aufsichtsratsposten während oder nach der Poltlaufbahn anbieten - für Nixtun.

    Und auch 3 Euro monatlich auf die Konten dieses Berliner Clubs auf den Cayman Islands bringen nichts...

    Viele Grüße

    Andreas

    • #32 Antwort auf #30
    • 19.10.2011 15:13

    Naja, privat verkauft man z.B. ein Klavier, ein Gewerbetreibender verkauft mehrere Klaviere, wenn er es gewerblich betreibt. Wenn allerdings die Firma Yamaha den gleichen Preis für eine Anzeige zahlen muss wie z.B. ein selbstständiger Klavierstimmer, dann wird dieser gemessen an dem Umsatz schon benachteiligt. Kleinere Unternehmen oder Selbständige sind auch dann im Nachteil, wenn sie ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten wie größere gut organisierte Unternehmen.

    • #33 Antwort auf #32
    • 19.10.2011 15:26

    Moin,

    da kommen wir aber allmählich doch in den Milchmädchenbereich...

    Also: der kleine Gitarrenbauer, der pro Monat z. B. 1 Gitarre produziert und 10 Stück repariert, und davon leben kann, benötigt ja auch keine so große Anzeige, da er nicht so viele Leute ansprechen muss, wie z. B. Yamaha, Fender usw.

    Damit der Großhersteller überhaupt die gewünschte Stückzahl verkaufen kann, MUSS er aber große Anzeigen schalten.

    Das Verhältnis von Werbeausgaben zu sonstigen Kosten und Einnahmen ist eigentlich immer gleich, egal, wie groß das Unternehmen ist.

    Irgendwann ist nur der Laden so groß, dass sich die Chefetage über Automatisierung und Lohndruck halt den Bentley leisten kann...

    Viele Grüße

    Andreas

    • #34 Antwort auf #33
    • 19.10.2011 15:46

    Zitat von Scharette:

    "

    Irgendwann ist nur der Laden so groß, dass sich die Chefetage über Automatisierung und Lohndruck halt den Bentley leisten kann...

    "

    Und wenn ein Selbständiger das nicht kann, obwohl er der Chef ist?...

    Wo ist hier die Gleichbehandlung?...

    Wie gesagt, größere Unternehmen haben auf Grund der Skaleneffekte, Synergieeffekte, Spezialisierung, damit einhergehender Effizienz usw. ihre Vorteile. Natürlich kann man auch ein großes Unternehmen gegen die Wand fahren. Aber als Kleinunternehmen kommt man einfach nicht in den Genuss von Skaleneffekten, Synergieeffekten, Spezialisierung usw. Ein Kleinunternehmen kann sich z.B. auch keinen Top-Manager leisten, der sich einen Bentley leisten will.

    • #35 Antwort auf #34
    • 19.10.2011 15:53

    Klar.

    Nur: der Kleinunternehmer kann doch froh sein, dass er sich den Top-Manager in seiner Firma nicht leisten kann.

    Wer will schon so eine Hackfressen-Niete in Nadelstreifen ständig in der Werkstatt rumrennen haben?

    Aber mal im Ernst:

    Das kleinere Einkommen des Einzelunternehmers gegenüber dem Chef eines Großunternehmens liegt nicht nur an den von Dir genannten Effekten - sondern auch an der geringeren Verantwortung.

    Arbeite ich alleine und baue Mist - liege ich alleine in der Gosse.

    Macht das der Großchef - liegen 1000 in der Gosse.

    Dass die Herren Oberbosse diese Verantwortung in Wahrheit schon lange nicht mehr wahrnehmen, ist eine andere Frage.

    Viele Grüße

    Andreas

    • #36 Antwort auf #35
    • 19.10.2011 16:05

    Zitat von Scharette:

    "

    Dass die Herren Oberbosse diese Verantwortung in Wahrheit schon lange nicht mehr wahrnehmen, ist eine andere Frage.

    "

    Oder gerade hier liegt der Schlüssel. Aber auch hier spielen die Größeneffekte eine Rolle: Als Chef eines Großunternehmens beauftrage ich einfach eine "kompetente" Unternehmensberatung, und wenn Mist gebaut wird, dann liegen 1000 in der Gosse als Folge der Empfehlungen der Unternehmensberatung.

    • #37 Antwort auf #36
    • 19.10.2011 16:34

    Yep.

    Das ist die tatsächliche "Leistung" von Unternehmensberatungen: die eigentlich schon von der Geschäftsleitung beschlossene Entlassung zu verkünden und scheinbar zu begründen.

    Bezahlte Prügelknaben.

    Grotesk fett bezahlte Prügelknaben.

    Geht aber noch besser:

    vor einigen Jahren hat der Rat der Stadt Münster eine Unternehmensberatung beauftragt, die Kostensituation von Hallen- und Freibädern in Münster zu prüfen und Empfehlungen auszusprechen.

    Die Folge: ein Schwimmbad in einem Vorort wird nur noch von Vereinen und Schulen genutzt, die Privatleute müssen jetzt in die Innenstadt fahren, um schwimmen zu können.

    Ein weiteres, älteres aber recht schönes Hallenbad wurde geschlossen/abgerissen.

    Das Honorar für die Unternehmensberatung war höher als die Sanierungskosten plus Betriebskosten für ein Jahr für das abgerissene Bad.

    Nun ist das Bad weg - und es gibt eine schöne Freifläche zu bebauen, an sehr angenehmer Stelle.

    Und hoppla - 2 der beteiligten Baufirmen gehören Ratsmitgliedern bzw. deren Familien.

    Man kann gar nicht soviel essen, wie man kotzen könnte...

    Viele Grüße

    Andreas