Point In Time

Drori Mondlak

Veröffentlichung: 2009

Musikstil: Jazz , Nu Jazz

Interessant für: Bass , Drums , Gitarre

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Seit Mitte der 1980er-Jahre gehört der Schlagzeuger Drori Mondlak zum festen Bestandteil der New Yorker Jazzszene. Mittlerweile hat er die Domstadt Köln zu seinem zweiten Zuhause gemacht und wandert nun zwischen den Welten. Jazz-Größen wie Joe Williams, Don Friedman, Chris Potter, Barbara Dennerlein, Fritz Pauer uvm. kamen bereits in den Genuss von Drori Mondlaks sehr wohlig arrangiert klingendem Schlagzeugspiel. Mit „Point In Time“ legt der New Yorker Trommler nun eine überzeugende Solo-CD vor und hat dabei superbe Mitmusiker in sein Boot geholt: Karolina Strassmayer – Altsaxofon und Flöte, Carey DeNigris – Gitarre und Steve LaSpina – Kontrabass. Nach dem Motto „back to the roots“ wurde das Album im Zweikanal-Verfahren im legendären New Yorker Avatar-Studio aufgenommen – es entsteht ein organisch direkter Gesamtklang. Die improvisatorische Interaktion des Quartetts wurde hier auch lautstärkedynamisch sehr schön eingefangen. Hauptsächlich im swingenden New-Jazz- und Bop-Gewand unterwegs, tauchen auf „Point in Time“ allerdings auch sehr schöne Groove-Passagen auf. Drori Mondlak ist ein sensibler und filigran-swingender Jazz-Trommler, der immer wieder seine stilistische Vielseitigkeit aufblitzen lässt und z. B. urplötzlich einen satten Snare-Backbeat ins ternäre Swing-Szenario schmeißt, um ihn kurz darauf und fast unmerklich wieder verschwinden zu lassen. Das Album ist ein rundes und in sich angenehm geschlossenes Gesamtpaket – vielleicht spielt da auch die Tatsache eine Rolle, dass sieben der acht Kompositionen speziell für diese Aufnahmen und die jeweiligen Musiker komponiert wurden. Auch wenn Drori Mondlak ab und an zu einem Schlagzeug-Solo ansetzt, ist „Point In Time“ aber keinesfalls eine Schlagzeug-dominierte Platte. Und dennoch kommen hier Schlagzeuger wahrlich auf ihre Kosten, da Drori Mondlaks Spiel auf einer großen Klarheit und Strukturiertheit mit gleichzeitiger Finesse aufgebaut ist. Diese Eigenschaften garantieren ihm stets eine starke Präsenz im Gesamtsound. Das Quartett macht einfach tolle Musik, jedes Instrument hat da seinen ganz eigenen Bereich – es wirkt schlüssig. Sind die vier Jazzer auf den acht Songs bei aller Spielfreude und Spielwitz von der Grundhaltung her doch eher behutsamsinnlich unterwegs, so wird es beim letzten Track „The Prance“ auf einmal wilder und der Song ufert in einem freien, fulminanten Schlagzeug-Gitarren-Duo! Ein weiteres Schmankerl: Track 5 „It Once Was A Waltz“ – ein schöner Swing im Fünfer-Metrum. Wirklich empfehlenswert, nicht nur für Jazzer!

Lilypad Music (LPM 619)

ISBN 0094922 965363

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