„Dark Symphonic Metal“ nennt die neue Band Sons Of Seasons die Musik ihres Debüt-Albums „Gods Of Vermin“ und nichts Anderes könnte hier eine zutreffendere Beschreibung sein. Düstere Klänge symphonischer Harmonien und Akkordfolgen werden metallisch hart umgesetzt, und dies von äußerst kompetenten Musikern. Interessant ist hier vor allem die Rolle der Keyboards, die im Metal-Bereich ja sonst eher – wenn überhaupt – nur die zweite Geige spielen dürfen – hier ist sogar mitunter ein klassisches Grand Piano zu hören (und nicht nur forte). Doch hier bilden die Tasteninstrumente nicht nur Hintergrundklangmalerei, sondern erklingen gleichberechtigt zu den krachenden Riffs gepflegten Melodien und virtuosen Soli der Gitarren. Das wundert einen ja eigentlich auch nicht, denn Band-Gründer Oliver Palotai ist hier Gitarrist und Keyboarder in Personalunion, und wird als Saitenfraktion zudem kräftig von Gitarrist Pepe Pierez unterstützt.
Für das rhythmische Fundament sorgen Drummer Daniel Schild und der solide Bassist Jürgen Steinmetz, der seine Bass-Lines hier tatsächlich als „in Stein gemeißelt“ darbietet. Und dies bietet Daniel Schild dann eben genau die sichere Basis, um auch mal so richtig schön virtuos loszulegen und den Rahmen metal-stereotyper Grooves, Fills und Double-Bassdrum-Pattern zu sprengen. Hier fackelt Daniel durchweg ein schön virtuoses wie musikalisch geschmackvolles Trommelfeuerwerk ab, das es nur so kracht (und raucht) – Respekt! Dies ist wirklich mal kein „08/15-Geballer“ sondern feinster Trommelstoff auf allerhöchstem Niveau, der auch einige der so oft gefeierten amerikanischen und britischen Kollegen ziemlich blass aussehen lässt. Dafür gibt es 11 von 10 Punkten. ;-)
Napalm Records
NPR 278
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