„Disciples Of Doom“ – „Jünger des Untergangs“ – dieser Titel ist durchaus Programm und fügt sich thematisch ganz gut in die Musik des Münsteraner Quintetts Misery Speaks. Die fünf Mannen präsentieren einen klassischen Metal-Sound, wo spieltechnisch nix eiert und nix holpert – immer schön geradeaus und das bitteschön mit Schmackes! Die düsteren, englischsprachigen Vocals von Przemek Golomb verpassen den knüppelharten und technisch sauberen Songs eine dunkle und bedrohlichschöne Atmosphäre. Auf fast 50 Minuten Gesamtspieldauer bekommt man hier progressive, aber songorientierte und musikalisch sinnvoll interpretierte Liedchen um die Ohren gebrettert. Drummer Janosch Rathmer zeigt, dass ein deftiger, kraftvoller Groove und filigran-schnelle Double- Bassdrum-Techniken sich nicht widersprechen müssen. Seine rhythmische Interpretation der zehn, zum Teil über acht Minuten langen Tunes, wie „Black Garden“ (mein persönlicher Anspieltipp!) ist stringent und offenbart einen angenehmen Groove-Flow. Der Song verfügt über lange Instrumentalstrecken – hier packt Janosch Rathmer gleich ein ganzes Arsenal technisch wirklich ausgeschlafener Pattern aus. Ein Höhepunkt: Der tribal-mäßige, melodiöse Tom-Groove in der Mitte von „Black Garden“. Fazit: Wenn man härteren Musikgenres zugetan ist, dann bereiten die handwerkliche Ausgeschlafenheit und gleichzeitig die Spielfreude von Misery Speaks und deren Drummer Janosch Rathmer einen erfreulichen Hörgenuss.
Drakkar Records
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